5 Lebensmittel, die man meiden sollte, wenn man an ADHS leidet

Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (mit Hyperaktivität), kurz AD(H)S, ist eine Störung des Nervensystems, die sich bei Betroffenen – wie der Name schon sagt – durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität oder eine Kombination dieser Faktoren bemerkbar macht. Sie ist von der früheren Annahme, dass eine psychologische Störung vorliegt, strikt zu trennen.

Es handelt sich vielmehr um eine neurologische Erkrankung, die ab dem 4. Lebensjahr auftreten kann. Einer Statistik zufolge sind hierzulande etwa 5 bis 11 Prozent der Schulkinder von ADS oder ADHS betroffen, wobei doppelt so häufig Jungen unter der Störung leiden.

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Mithilfe einer Verhaltenstherapie in Kombination mit medikamentösen Stimulanzien wie Methylphenidat oder Dextroamphetamin können die Symptome von AD(H)S behandelt werden. Die Medikamente geben dem Kind die Chance, seine schulischen Leistungen und sozialen Aktivitäten zu verbessern, bekämpfen jedoch nicht die eigentliche Ursache der Symptome.

Um neben der Therapie auch etwas für die Heilung zu tun und um zu vermeiden, dass sich die Symptome verschlechtern, kann man verstärkt auf die Ernährung des Kindes achten. Nicht nur die bekannten Gefahren, wie zuckerhaltige und aufputschende Getränke, sollten gemieden werden. Auch vermeintlich „normale“ Lebensmittel können laut verschiedenen Forschern einen negativen Einfluss auf die Gesundheit des Kindes haben. Die folgenden 5 Nahrungsmittel solltest du also deinem Kind besser nicht geben, wenn es an AD(H)S leidet.

 
 
 
 
 
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1.) Käse

Nicht nur der Zucker in Softdrinks wie Cola oder Limo kann die Symptome von AD(H)S verschlimmern, sondern auch Farbstoffe sind dazu in der Lage. Das gilt insbesondere für das sogenannte „Gelborange S“, welches oftmals verwendet wird, um beispielsweise Käse eine gelbliche Farbe zu geben. Er wird auf der Produktverpackung vielfach nur mit der Abkürzung E 110 angegeben. Weitere kritische Farbstoffe erkennst du unter folgenden Namen:

  • E 102 oder Tartrazin
  • E 104 oder Chinolingelb
  • E 122 oder Azorubin
  • E 124 oder Cochenillerot A
  • E 129 oder Allurarot AC

Tipp: Seit den 1990er Jahren müssen diese E-Zusatzstoffe auf der Verpackung des Produkts angegeben werden. Und seit 2010 müssen betroffene Stoffe mit einem zusätzlichen Hinweis versehen werden. Beispielsweise: „Farbstoff E110 kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“. Mit einem Blick auf die Verpackung kannst du also überprüfen, ob der Käse gefärbt wurde oder ob er bedenkenlos von deinem Kind gegessen werden kann.

Pixabay

2.) Zuckerfreie Getränke und Kaugummis

Auch Zuckerersatzstoffe, die in zuckerfreien Produkten wie Kaugummis oder Cola Light stecken, sollten möglichst vermieden werden. Der Süßstoff Aspartam beispielsweise steht im Verdacht, das Gehirn zu schädigen und für eine Vielzahl von Krankheiten verantwortlich zu sein. So kamen Forscher einer in 10-jährigen Studie zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von Aspartam das Risiko für Diabetes und Herzerkrankungen erhöhen kann. Des Weiteren gibt es auch Hinweise darauf, dass Süßstoffe Einfluss auf die neurologischen Prozesse im Körper haben und somit auch AD(H)S fördern.

Tipp: Am besten entwöhnt man sein Kind vom Geschmack süßen Essens, um das Bedürfnis nach Zucker oder Süßstoff nicht zu groß werden zu lassen. Wenn man dennoch Kuchen oder andere Speisen süßen möchte, sollte man dies mit Alternativen wie Honig oder Agavendicksaft tun.

La bolla di chewing gum

3.) Milch, Eier und Gluten

Lebensmittel wie Milch oder Soja, die häufig Allergien und Unverträglichkeiten auslösen, können oftmals Symptome von AD(H)S hervorrufen oder verschlimmern. Dies ist jedoch von Kind zu Kind unterschiedlich und sollte von einem Arzt oder Ernährungsberater geprüft werden. Besonders oft lösen folgende Lebensmittel Unverträglichkeiten aus:

  • Milch
  • Schokolade
  • Soja
  • Weizen
  • Eier
  • Bohnen
  • Mais
  • Tomaten
  • Weintrauben
  • Orangen

Tipp: Mithilfe eines Ernährungstagebuchs oder einer Ausschlussdiät kann man herausfinden, welche Lebensmittel für die Konzentrationsschwierigkeiten verantwortlich sind.

Eggs and Tomatoes

4.) Fertigprodukte

Viele Fertigprodukte wie Soßen oder Tiefkühlpizzen enthalten Geschmacksverstärker, sogenannte Glutamate. Viele Menschen vertragen diese nicht und leiden nach dem Verzehr unter Verdauungsproblemen. Abgesehen von der abführenden Wirkung, können Forscher auch einen Zusammenhang zwischen den Glutamaten und AD(H)S herstellen. Skurrilerweise wurden ausgerechnet Glutamate in den 1950er Jahren als Mittel gegen Lernstörungen und Hyperaktivität eingesetzt und den Betroffenen als Pulver verabreicht.

Tipp: Am besten versorgt man sein Kind mit selbstgekochten Gerichten mit viel Gemüse. Diese enthalten keinerlei Geschmacksverstärker und versorgen es mit wichtigen Nährstoffen. Wenn man nicht viel Zeit hat, kann man das Essen auch an einem Tag vorkochen und hat dann mehrere Tage etwas davon.

04/07/08

5.) Fisch

Der Verzehr von Fisch ist prinzipiell zu empfehlen, schließlich enthält er wichtige Fettsäuren wie Omega-3. Jedoch ist vom Verzehr von Makrele, Schwertfisch und Hai abzuraten. Diese Arten sind nämlich teilweise stark mit Quecksilber oder anderen Schwermetallen belastet.

Tipp: Die deutsche Verbraucherzentrale rät Risikogruppen, zu denen neben Schwangeren auch Kinder mit AD(H)S zählen, besonders belastete Fischarten zu meiden. Mithilfe eines Codes auf der Produktverpackung lässt sich zudem die Herkunft des Fisches bestimmen und so herausfinden, ob er aus einem belasteten Gebiet stammt.

Mackerel

Es scheint, als lauere hinter jedem Produkt eine Gefahr für das Wohlbefinden des Kindes. Solange man mit frischen Zutaten kocht, kann man jedoch nur wenig falsch machen. Zudem wird man sicher schnell merken, welche Lebensmittel das Kind besser verträgt und welche man meiden sollte.

Und solange Ausnahmen nicht die Regel bestätigen, kann auch ab und zu „gesündigt“ werden. Im Zweifelsfall sollte man sich immer an einen Arzt oder Ernährungsberater wenden.

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