5 Tipps bei Angst vorm Arzt

Schätzungen zufolge leiden circa 2 Millionen Deutsche unter einer „Weißkittelphobie“, also einer Angst vor Ärzten bzw. vor der Behandlung durch Ärzte. Nicht bei allen Betroffenen ist die Angst gleich stark ausgeprägt. Bei manch einem macht sie sich lediglich durch einen deutlich erhöhten Blutdruck in der Arztpraxis bemerkbar. Bei anderen hingegen handelt es sich um eine regelrechte Phobie, die sie zum Teil jahrzehntelang davon abhält, eine Arztpraxis zu betreten.

Der Grund hierfür ist nicht, dass sich Betroffene vor einer besonders schlimmen Diagnose fürchten, sondern es ist eine viel grundsätzlichere Angst vor dem Kontrollverlust und dem Ausgeliefertsein. Die folgenden 5 Tipps geben Anregungen für Verhaltensänderungen, die dabei helfen können, die Hemmschwelle wieder zu überwinden und den nächsten Arzttermin in Angriff zu nehmen.

1.) Rechtzeitig zum Arzt gehen

Auch wenn es schwerfällt, ist es wichtig, anstehende Arzttermine nicht vor sich herzuschieben, damit sich Beschwerden nicht verschlimmern und die Behandlung infolgedessen noch langwieriger und unangenehmer wird. 

imgur/howarddog

2.) Die richtige Vorbereitung

Es gibt ganz unterschiedliche Strategien, um sich auf den gefürchteten Arzttermin einzustimmen. Für Kinder kann es ein Batman-Kostüm oder ein Ritterschwert sein, das den schweren Gang leichter macht. Erwachsene können im Vorfeld zum Beispiel Meditationsübungen machen, um ihre Anspannung loszuwerden. Auch im Wartezimmer selbst kann man mit gezielten Atemübungen einer aufkommenden Panik entgegenwirken.

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3.) Der beste Zeitpunkt

Grundsätzlich ist es sinnvoll, den Arzttermin so zu legen, dass er einen nicht zusätzlich in Stress bringt und man dazu verführt ist, ihn aufgrund von Zeitdruck in letzter Minute abzusagen. Je nachdem, ob man ihn lieber gleich hinter sich bringen will, oder glaubt, dass man danach zu nichts mehr fähig ist, sollte man ihn auf den Morgen oder auf den frühen Abend legen. 

Rindsleder-Gehirn (filoFAX)

4.) Offen mit der Angst umgehen

Gerade weil die Angst vor Ärzten oft auf schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit beruht, sollte man mit seiner Angst gegenüber einem neuen Arzt und den Krankenschwestern offensiv umgehen. Diese werden so dafür sensibilisiert, einen über die Behandlungsschritte behutsam zu informieren und mögliche Bedenken nicht zu übergehen, um so ein vertrauensvolles Verhältnis zu schaffen. Manche Zahnärzte bieten auch eine spezielle Angstsprechstunde an, bei der auf die besonderen Bedürfnisse und Sorgen von Angstpatienten eingegangen wird.

Nurse jokes with patient

5.) Sich Unterstützung holen

Wenn die Angst vor Ärzten noch einigermaßen beherrschbar ist, kann es eine große Hilfe sein, eine vertraute Person in die Planung des Termins einzubeziehen und sich von ihr gegebenenfalls auch zum Arzt begleiten zu lassen. Falls man allerdings tatsächlich unter einer Arztphobie leidet, die es einem auch bei starken Schmerzen unmöglich macht, zum Arzt zu gehen, ist es wichtig, sich durch eine Verhaltenstherapie helfen zu lassen.

The Agony of Waiting

Damit es gar nicht erst zu einer Angst vor Ärzten kommt, wurde in den 90er Jahren in Skandinavien die Idee des „Teddybärkrankenhauses“ entwickelt. Hier wird Vorschulkindern spielerisch anhand ihrer „kranken“ Puppen und Teddybären gezeigt, wie die Abläufe in einem Krankenhaus sind und was die Ärzte eigentlich machen. Für alle, die dem Teddybärenalter schon entwachsen sind, können die 5 genannten Tipps für den Alltag entscheidend sein. Am wichtigsten ist es, sich nicht zu verstecken, sondern die Angst anzusprechen und sich die nötige Unterstützung zu holen – egal, ob durch Freunde und Familie oder professionell durch einen Therapeuten.

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