6 typische Fehler beim Halten von Babys

In den letzten Jahren ist bei frischgebackenen Eltern das Bewusstsein dafür gestiegen, dass ihre Babys ein großes Bedürfnis nach körperlicher Nähe haben und es ihnen guttut, getragen zu werden. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand. Der intensive Körperkontakt und die im wahrsten Sinne des Wortes fühlbare Nähe zur Bezugsperson geben dem Baby die wichtige Sicherheit und Geborgenheit. Studien belegen sogar, dass direkter Körper- und vor allem Hautkontakt grundlegend für die gesunde Entwicklung eines Kindes ist und dessen Stress verringert.

Doch wie trage ich ein Baby richtig, ohne ihm und seiner Gesundheit zu schaden? Diese Frage stellen sich junge Eltern häufig. Denn das falsche Halten und Tragen können für ein Kind gefährlich sein. 

Die folgenden 6 gängigen Tragearten können deinem Baby mehr schaden als nützen. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, wie man sein Kind richtig halten sollte und worauf es zu achten gilt.

1.) Das Tragen mit dem Gesicht nach vorn

In letzter Zeit ist eine Trageart vermehrt zu beobachten, bei der Eltern ihre Babys mit dem Blick nach vorn halten oder in der Babytrage tragen. Doch weder für die körperliche noch für die psychische Entwicklung des Babys ist diese Methode zu empfehlen. Die vielen Sinneseindrücke, denen das Baby in dieser Position ausgeliefert ist, können zu einer Reizüberflutung führen und es massiv stressen. Zudem führt diese Haltung zu einem vermehrten Druck auf die Wirbelsäule und einer falschen Beinhaltung. Achte deshalb darauf, dein Baby nicht zu lange in dieser Position zu halten, und stelle sicher, dass du seinen Rücken und die Beine dabei ausreichend unterstützt.

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2.) Die Schulterhaltung

Bei der Schulterhaltung sitzt dein Baby mit dem Po auf deiner Hand und schmiegt sich mit dem Kopf an deine Schulter, während du den Nacken deines Babys in der anderen Hand hältst. Bei dieser Haltung solltest du allerdings darauf achten, dass sich der Kopf deines Kindes über deiner Schulter befindet. Wenn sich sein Kopf auf Schulterhöhe befindet, kann dies seine Atmung beeinflussen und erschweren. Darüber hinaus können so Teile deiner Kleidung in seinen Mund gelangen.

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3.) Die Gesicht-zu-Gesicht-Position

In dieser Position stützen die meisten Eltern ihr Baby mit einer Hand unter dem Po und mit der anderen unter dem Kopf, während es auf dem Rücken liegt. Sie eignet sich hervorragend, um mit deinem Baby zu spielen und Quatsch zu machen. Allerdings solltest du unbedingt darauf achten, auch seinen Rücken mit deiner Hand oder deinem Unterarm zu stützen. So hast du es viel besser unter Kontrolle und seine Wirbelsäule wird durch die fehlende Stützwirkung der Hand nicht zu sehr be- oder gar überlastet.

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4.) Unter den Achseln hochheben

Wenn du ein Baby hältst, ist es immer wichtig, den Kopf zu unterstützend zu halten. Neugeborene haben zu Beginn nur sehr schwach ausgebildete Nackenmuskeln und können ihr Köpfchen noch nicht von selbst halten. Erst im Alter von 4 bis 6 Monaten sind sie selbstständig dazu in der Lage und können auch die Bewegungen kontrollieren. Wenn du dein Baby unter den Achseln hochhebst, kann es bei Kindern, die ihren Kopf noch nicht allein halten können, vorkommen, dass eine plötzliche Bewegung des Kopfes zu Atemschwierigkeiten oder Nackenverletzungen führen kann. Nutze diese Art des Haltens also am besten nur bei älteren Kindern. Sie haben dann auch genau wie du Spaß daran.

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5.) Nicht die Seiten wechseln

Sobald das Baby seinen Kopf allein halten kann, tragen viele Eltern es auf eine Hüfte gestemmt herum. Die meisten bevorzugen dabei unbewusst eine bestimmte Seite, was dazu führen kann, dass die Nackenmuskeln deines Kindes nur einseitig gestärkt werden. Wechsle deshalb immer wieder die Seite, auf der du dein Baby trägst, um dem vorzubeugen und eine gleichmäßige Ausbildung der Muskeln zu gewährleisten.

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6.) Babytragen

Babytragen, aber auch spezielle Tragetücher, sind heutzutage äußert beliebt und sehr praktisch, weil man mit ihnen das Kind längere Zeit problemlos und sicher tragen kann. Wichtig ist allerdings, dass du weißt, wie sie richtig verwendet werden. Die richtige Haltung des Babys ist in solchen Tragen besonders wichtig. Achte darauf, dass der Rücken deines Lieblings nicht überstreckt ist und sich die Beine in der sogenannten Anhock-Spreizhaltung befinden. Also so, wie sie auch wären, wenn du das Baby an der Seite auf deinem Arm tragen würdest. So unterstützt du die Nachreifung der Hüftgelenke und vermeidest Fehlbildungen oder spätere Krankheiten der Hüften.

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Aber auch an den Händen von kleinen Kindern zu ziehen, z.B. beim Spielen von „Engelchen flieg!“, kann zu ernsten Schäden führen und sollte bei Kindern unter 5 Jahren vermieden werden. Besonders beim Schwingen an den Händen kommt es häufig zu einer Radiusköpfchen-Subluxation, da bei kleinen Kindern die Ellenbogengelenke noch nicht voll ausgebildet und die Bänder noch locker sind.

Die Ellenbogenverletzung droht ebenfalls, wenn Eltern versuchen, ein sich sträubendes Kind am Arm vom Boden hochzuziehen, oder es mit schnellem Zupacken vor einem Sturz bewahren wollen. Sollte es doch einmal dazu gekommen sein, sollte schnell ein Kinderarzt aufgesucht werden, um Spätfolgen zu vermeiden.

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Das Tragen von Babys hat viele Vorteile sowohl für die Kinder selbst als auch für deren Eltern. Wird eine falsche Körperhaltung allerdings zu oft und zu lange beibehalten, kann es zu Fehlstellungen führen, die spätere chronische Rückenschmerzen nach sich ziehen können. Achte darauf, wie du dein Baby hältst, damit seine gesunde Entwicklung nicht unabsichtlich beeinträchtigt wird.

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