10 Fakten über die Wirkung und gesundheitlichen Folgen von Bärten

Vor fast 50 Jahren – genauer gesagt, im Juli 1970 – berichtete das Magazin „Der Spiegel“ von einem kuriosen Experiment. Ein Brite, der zu Forschungszwecken regelmäßig auf einer einsamen Insel lebte, führte akribisch Buch über seinen Bartwuchs. Das Erstaunliche war, dass immer kurz vor und kurz nach seinen Insel-Trips der Bart um 20 % kräftiger spross. Der junge Wissenschaftler erweiterte seine Selbststudie und kam zu dem Ergebnis: Es war der Sex, der die Gesichtsbehaarung üppig werden ließ!

Der Zusammenhang zwischen männlichen Sexualhormonen und Bartwuchs war Medizinern schon länger bekannt. In dem Experiment wurde aber zum ersten Mal beschrieben, welchen Einfluss genau die sexuelle Aktivität auf den Krümelfänger im Gesicht hat. So ließ bereits die Hoffnung auf baldigen Beischlaf die Stoppel hervorschießen. 

Womöglich ist das der Grund, weshalb der Bart nicht lange außer Mode bleiben konnte: Sein Anblick weckt animalische Instinkte. Damit aber nicht genug – hier findest du noch 10 weitere bärtige Fakten, die verschiedene Studien herausgefunden haben.

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1.) Bart macht sauber

Im Jahr 2015 machte eine Nachricht die Runde, die wohl so schnell nicht aus den Köpfen der Leute verschwinden wird: Darin hieß es, in Bärten tummelten sich Schmutz und Keime; wer Bartträger küsse, riskiere somit widerliche Infektionen. Die Begründung klang plausibel: Im gekräuselten Barthaar könnten sich unzählige Bakterien verstecken und ungehindert vermehren.

Die Nachricht ging allerdings auf eine höchst fragwürdige Mini-Stichprobe eines regionalen Fernsehsenders zurück. Aussagekräftig ist sie nicht. Hingegen kam eine wissenschaftliche Erhebung unter Krankenhauspersonal zu dem Ergebnis, dass Bartträger tendenziell weniger Keime aufweisen – im Gesichtsbereich lag bei ihnen die Wahrscheinlichkeit, Krankenhauskeime anzutreffen, sogar dreimal niedriger als bei Glattrasierten. Bart scheint somit eine natürliche Bakterienabwehr zu besitzen.

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2.) Bart macht attraktiv

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Aber nicht ganz. Weltweit hat eine ganze Reihe von Studien herausgefunden, dass Bärte sexy sind. Es kommt jedoch auf Art und Länge des Bartwuchses an. Auf die allermeisten Frauen wirkt ein Drei- bis Siebentagebart besonders anziehend. Er verspricht Selbstsicherheit, Spaß und ein bisschen Abenteuer. Schon deutlich weniger begehrt sind Männer mit Vollbart. Sie werden vor allem für Langzeitbeziehungen bevorzugt, da sie vertrauenswürdig erscheinen und den Nesttrieb wecken.

Bei alldem muss der Bart jedoch sowohl gepflegt aussehen als auch zum Charakter des Mannes passen. Ein schüchterner Hänfling wird mit Bart allein noch nicht zum Alphatier. Ausgefallene Kreationen, wie man sie auf Wettbewerben sieht, schreckten übrigens fast alle Befragten ab.

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3.) Bart macht weich

Unter der harten Schale verbirgt sich ein weicher Kern, sagt der Volksmund. Auch bei Bärten ist das so. Denn unter dem kratzigen Gestrüpp – so sagen zumindest Dermatologen – bleibt die Haut so geschmeidig wie ein Babypopo. Das soll an den Talgdrüsen der Haut liegen, die eine Art körpereigene Feuchtigkeitspflege bieten. Ist das Gesicht rasiert, trocknet der natürliche Schutzfilm schneller aus oder wird abgerieben.

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4.) Bart macht erfolgreich

Der australische Psychologe Barnaby Dixson hat im Jahr 2012 untersucht, wie Gesichtsbehaarung auf Bewerbungsfotos ankommt. Demzufolge werden Männer mit Bart als besonders durchsetzungsstark, reif und verlässlich wahrgenommen. Doch nicht nur das, sie wurden auch häufiger als gebildet, fleißig und kompetent eingeschätzt. Dass dies nicht ausschließlich modeabhängig ist, zeigen Studien aus den aalglatten 1990er Jahren, die sich mit den Ergebnissen von 2012 decken. Stellt sich nur die Frage, weshalb 98 % der Superreichen keinen Bart tragen …

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5.) Bart macht Verluste

Es gibt ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt. So hat die berühmte Brauerei Guinness einmal eine Untersuchung in Auftrag gegeben, wie viel Bier dadurch verloren geht, dass der Schaum am Oberlippenbart hängen bleibt und mit dem Ärmel weggewischt wird. Demnach gehen einem Bartträger bei jedem Schluck durchschnittlich 0,56 Milliliter verloren. Trinkt man 180 Krüge Bier im Jahr, verschwinden davon somit 1,5 Krüge im Bart. Ein herber Verlust.

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6.) Bart macht sich rar

Dass die sexuelle Aktivität – nach der genetischen Veranlagung! – den größten Einfluss auf den Bartwuchs hat, wurde bereits angedeutet. Es gibt aber noch andere Faktoren, die entscheiden, wie dicht und schnell die Gesichtsbehaarung sprießt. Forscher haben zum Beispiel herausgefunden, dass der Bart in der kalten Jahreszeit langsamer wächst als im Sommer. Zu heiß sollte es aber auch nicht sein, das hemmt ebenfalls das Gedeihen.

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7.) Bart macht pickelfrei

Ganz unabhängig davon, wie gut die persönlichen Rasierkünste sind, bedeutet die Entfernung des Gesichtshaars stets eine Beanspruchung für die Haut. Männer mit kräftigem Barthaar wissen ein Lied davon zu singen, wie die Rasur regelmäßig zu Pickeln, eingewachsenen Haaren und wunden Stellen führt. Vor allem bei einer Akne-Neigung kann ein Bart daher zu einer deutlichen Beruhigung des Hautbildes beitragen. Vorausgesetzt, der Bart wird entsprechend gepflegt.

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8.) Bart macht warm

Ein praller Rauschebart hält warm. Manche Wissenschaftler vermuten, dass dies in der Evolution des Menschen sogar der entscheidende Grund für den Pelzrest im Gesicht gewesen sei. Hätten die Wissenschaftler doch nur auch eine Erklärung dafür, weshalb dann Frauen nicht ebenfalls Bart tragen …

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9.) Bart macht kühl

Ein Bart schützt nicht nur vor Kälte, er ist auch ein geeigneter Sonnenschutz. Forscher der University of Queensland haben ermittelt, dass ein dichter Bart 90 bis 95 % der gefährlichen UV-Strahlung abhält. Die Haut darunter ist damit perfekt gegen Sonnenbrand gerüstet, wodurch nicht nur das Hautkrebsrisiko, sondern auch die Hautalterung minimiert wird. Glatze, Stirn, Nase und Nacken müssen freilich immer noch eingecremt werden.

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10.) Bart macht Arbeit

Wer einen Bart hat, muss sich nicht rasieren. Das spart morgens Zeit vor dem Spiegel. Auch in diesem Fall haben einige Leute einmal genauer hingeguckt und ausgerechnet, wie groß die Zeitersparnis tatsächlich ist. Demzufolge verbringt ein Mann durchschnittlich 3.350 Stunden (knapp 140 Tage) seiner Lebenszeit allein mit Rasieren. Im Umkehrschluss haben Bartträger 3.350 Stunden mehr für die Verwirklichung ihrer Träume zur Verfügung.

Leider hat dieses Rechenspiel einen Haken: Ein Bart will gepflegt sein, sonst sieht selbst ein muskulöser Surfer bloß wie ein unbeholfener Teenager aus. Der ach so beliebte Dreitagebart ist in dieser Hinsicht sogar besonders zeitintensiv. Sei aber nicht traurig: Immerhin benötigt man, wenn man seine Träume verwirklichen will, auch genügend Zeit zum Träumen. Und die kannst du dir jeden Morgen bei der Bartpflege nehmen.

002/365: Close shave

Womöglich ist der aktuelle Hype um den Bart bloß eine Reaktion auf die metrosexuelle Welle der 1990er Jahre. Denn außer David Beckham konnte sich wohl kaum ein Mann den Besuch im Waxing-Studio leisten, ohne Abstriche in puncto Männlichkeit zu machen. Als Gegenmodell wurde daher für viele der vollbärtige Rugby-Spieler Sébastien Chabal zur Ikone. Da nun aber auch nicht jeder Bionade-Hipster ein urgewaltiger Hüne ist, mehren sich inzwischen wieder die Gegenstimmen. Die Unkenrufe sollten angesichts der hier versammelten Fakten allerdings vorsichtig ausfallen.

Quelle:

grunge

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