5 Denkfehler, mit denen dich dein Gehirn unbewusst manipuliert

Das menschliche Gehirn leistet täglich eine Menge Arbeit. Es steuert die Herzfrequenz, den Blutdruck und die Atmung, organisiert den Schlaf-Wach-Rhythmus, ermöglicht das Denken und Erinnern und stellt so die Grundvoraussetzung für deine Persönlichkeit dar. Kurz gesagt: Dein Gehirn hält dich am Leben und macht dich zu dem, was du bist – und das 24 Stunden am Tag.

Doch wer viel zu tun hat und niemals ruht, der macht auch hin und wieder mal Fehler. So auch das Gehirn. Mit welchen Denkfehlern dich dein Gehirn unbeabsichtigt manipuliert, erfährst du in diesem Artikel.

1.) Dein Gehirn serviert dir Informationen, die deinen Überzeugungen entsprechen

Aus einer Unmenge an Informationen sortiert das Gehirn vor allem diejenigen heraus, die den eigenen Erwartungen entsprechen. Aus diesem Grund verbringst du deine Zeit am liebsten mit Menschen, die so denken wie du und deine Überzeugungen bestätigen. Gleichzeitig blendest du gegensätzliche Meinungen aus – weshalb Psychologen auch von einer Bestätigungsverzerrung sprechen.

Ähnlich wie die Bestätigungsverzerrung funktioniert auch die Häufigkeitsillusion: Bei diesem Phänomen siehst du zum Beispiel plötzlich vermehrt schwangere Frauen – allein deshalb, weil du dir selbst ein Kind wünschst. Oder dir begegnet scheinbar überall dasselbe Automodell, das du dir vor kurzem gekauft hast.

portret 680 : carrying the weight of the future

2.) Dein Gehirn verwechselt Ursache und Wirkung

Ein weiterer Denkfehler, den das Gehirn oft begeht, ist es, sogenannte Auswahlfaktoren mit Ergebnissen zu verwechseln. Ein Beispiel hierfür ist etwa die Vorstellung, der typische Körperbau eines Schwimmers sei allein das Resultat vielen Trainings, während eine gewisse körperliche Veranlagung überhaupt erst den Ausschlag dafür gibt, ob eine Person zum Profischwimmer taugt.

Natürlich trägt ausgiebiges Training dazu bei, die notwendigen Muskeln aufzubauen. Aber ein langer Oberkörper und kurze Beine sowie breite Schultern und ein großes Lungenvolumen sind die Grundvoraussetzungen, um später im Schwimmtraining erfolgreich zu sein – und nicht die Wirkung.

Swimmers

3.) Dein Gehirn trifft Entscheidung auf Grundlage von „Ankern“

Statt eine Kaufentscheidung frei und unabhängig zu treffen, verfällt dein Gehirn sehr leicht einer Verankerungswirkung. Das bedeutet, du triffst deine Entscheidung nicht etwa auf Grundlage eines für sich überzeugenden Preises, sondern weil du den Preis mit anderen Preisen (den sogenannten „Ankern“) vergleichst.

Siehst du zum Beispiel ein einzelnes Paar Schuhe für 150 € im Schaufenster, signalisiert dir dein Gehirn womöglich, dass es zu teuer ist und du lässt es stehen. Siehst du jedoch, dass dasselbe Paar Schuhe von 300 € auf 150 € runtergesetzt wurde, hält dein Gehirn den Preis für ein absolutes Schnäppchen und zwingt dich, zuzugreifen. Du siehst in dem Moment nicht den individuellen Wert der Investition – also, ob du diese Schuhe wirklich brauchst und ob der Preis angemessen ist –, sondern bloß den Unterschied zum angeblich vorherigen Preis.

Espadrille delight

4.) Dein Gehirn schätzt Wahrscheinlichkeiten falsch ein

Bei einem Münzwurf beträgt die Wahrscheinlichkeit genau 50 %, dass entweder „Kopf“ oder „Zahl“ gewinnt. Doch wenn die Münze bereits 20-mal geworfen wurde und jedes Mal „Kopf“ gewann, trickst dich dein Gehirn aus und du glaubst, die Wahrscheinlichkeit für „Zahl“ sei jetzt höher. Dabei beträgt die Wahrscheinlichkeit immer noch 50 %.

Dieses Phänomen wird auch „Spielerfehlschluss“ genannt und ist der Grund, wieso täglich zahlreiche Menschen ihr Geld im Casino verlieren. Sie alle hoffen, dass das Glück nach etlichen Verlusten doch irgendwann einmal zuschlagen müsse. In Wirklichkeit beginnt mit jedem Spiel auch das Verlustrisiko neu.

Coin Roll

5.) Dein Gehirn rechtfertigt Fehlkäufe

Beim Stockholm-Syndrom handelt es sich um ein Phänomen, bei dem das Opfer einer Geiselnahme mit seinem Geiselnehmer sympathisiert. Ein vergleichbares Phänomen tritt auf, wenn du dir etwas gekauft hast, dass du im Nachhinein bereust.

Denn obwohl das Produkt nicht den Nutzen bringt, den du dir erhofft hattest, versucht dein Gehirn, dir den Kauf so lange schönzureden, bis du letztendlich glaubst, dass der Kauf gerechtfertigt war. Aufgrund dieses Sympathisierens mit einem unerwünschten Produkt nennt man dieses Phänomen auch das „Käufer-Stockholm-Syndrom“.

woman window shopping

Das menschliche Gehirn leistet täglich Großartiges. Da ist es kein Wunder, dass hin und wieder der ein oder andere Denkfehler passiert. Doch da du nun weißt, mit welchen Denkfehlern dich dein Gehirn unbeabsichtigt austrickst, kannst du in entsprechenden Situationen reagieren, um solchen ungewünschten Manipulationen in Zukunft erfolgreich entgegenzuwirken.

In diesem Artikel findest du noch 14 weitere Denkfehler, die dein Urteilsvermögen im Alltag trügen.

Quelle:

buffer

Diese Webseite ist weder dazu gedacht noch geeignet, professionelle Beratungen, Untersuchungen, Behandlungen, Diagnosen, etc. durch Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten, Heilpraktiker und/oder andere medizinische Fachleute zu ersetzen, zu ergänzen oder zu widerlegen. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen.

Kommentare

Auch interessant