15 Unkräuter, die lecker und gesund sind.

Wenn du dich in deinem Garten umschaust, findest du sicherlich die ein oder andere Pflanze, die du als Unkraut bezeichnen würdest. Doch Unkraut ist nicht gleich Unkraut.

Einige dieser sogenannten Unkräuter sollten eigentlich zu den Nutzpflanzen zählen, denn sie sind reich an Vitaminen, Mineralien und außerdem noch richtig lecker. Die meisten von ihnen kannst du aber nicht nur im heimischen Garten, sondern auch im Wald oder auf Äckern und Wiesen finden.

Von einigen verteufelt, von anderen geliebt – hier zeigen wir dir 15 vermeintliche Unkräuter, von denen du bestimmt nicht immer wusstest, dass sie essbar sind.

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1.) Rohrkolben 

Rohrkolben, auch Schmackedutschen genannt, finden sich am Wasser. Bereits die Ureinwohner Nordamerikas haben sie häufig gegessen. Den Wurzelstock kannst du kochen oder auch roh essen. Dazu musst du allerdings ein wenig graben und den Schlamm abspülen. Der delikateste Teil befindet sich an den weißen Stellen der Stiele. Auch diese kannst du kochen oder roh verzehren. Die Blätter kannst du wie Spinat zubereiten, die braunen Blüten kannst du im Frühsommer, wenn sie sich gerade entwickeln und noch grün sind, wie einen Maiskolben essen. Sie schmecken sogar etwas nach Mais.

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2.) Giersch

Giersch ist unverwüstlich. Wahrscheinlich bringt er deshalb so manchen Gärtner zur Verzweiflung. Doch anstatt ihn ständig zu jäten, kannst du ihn einfach ernten und anstelle von Petersilie als Gewürz für Salate verwenden. Kleine Mengen der Pflanze können bedenkenlos roh gegessen werden. Bei größeren Mengen solltest du ihn vor dem Verzehr kochen. Giersch hat einen bemerkenswert hohen Vitamin-C Gehalt und wird häufig bei Gicht empfohlen.

3.) Vogelmiere

Die Vogelmiere findet sich häufig auf Äckern und Brachflächen, aber auch in heimischen Gärten. Sie enthält viel Kalium, Magnesium, Eisen und die Vitamine A und C. Vogelmiere wird häufig als Unkraut angesehen, dabei eignet sie sich mit ihrem erbsenähnlichen Geschmack hervorragend für Suppen und Soßen. Damit ist sie nicht nur sehr gesund, sondern auch noch lecker.

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4.) Behaartes Schaumkraut 

Das behaarte Schaumkraut, auch als Gartenschaumkraut bekannt, ist sehr filigran, dafür aber reich an Vitamin C sowie Bitter- und Mineralstoffen. Seine Blüten eignen sich hervorragend als Zusatz für Salate oder auch als Brotbelag. Dank seines zum Teil scharfen und würzigen Geschmacks ist es der perfekte Ersatz für Kresse oder Rucola.

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5.) Kletten-Labkraut

Seinen Namen verdankt dieses Kraut den klebrigen, schnell an der Kleidung haftenden Blättern. Du kannst sowohl die Blätter als auch die Stiele dieser Pflanze essen, aber wegen seiner klebrigen Eigenschaften eignet es sich nicht so gut für Salate. Doch auf dem Brot ist es mit seinem erbsenähnlichen Geschmack eine hervorragende Alternative zum Salat. Einige Menschen sind allerdings auf das Klebkraut allergisch. Deshalb solltest du es nicht essen, wenn du schon bei Berührung mit der Haut einen Ausschlag bemerkst.

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6.) Gewöhnliches Hirtentäschel 

Das Gewöhnliche Hirtentäschel ist ein leckeres und nahrhaftes Unkraut mit einem angenehmen Geschmack, der dem von Radieschen ähnelt. Es ist reich an Vitamin C, besitzt eine Menge Mineralstoffe und ist außerdem ein kräftiges Heilkraut, welches besonders gut gegen Blutungen wirkt. Aus den weißen Blüten entwickeln sich später die charakteristischen herzförmigen Früchte, die vom Stiel abstehen. Die gesamte Pflanze kann gegessen werden, wobei die herzförmigen Früchte mit ihrem feinen Nussaroma eine köstliche Zutat im Salat sind. Aber auch die Blätter oder Blüten eignen sich sehr gut für den Salat.

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7.) Strahlenlose Kamille

Die Strahlenlose Kamille ähnelt zwar der Kamille, besitzt aber nicht deren charakteristische, weiße Blütenblätter. Im Englischen heißt sie „pineapple weed“, was so viel bedeutet wie Ananas-Unkraut. Und der Name ist wirklich passend, denn Geruch und Geschmack erinnern tatsächlich an Ananas. Du kannst sowohl die Blätter als auch die Blüten dieser Pflanze essen, allerdings schmecken die grünen Teile oftmals bitter, je nach Alter der Pflanze. Die aromatische Kamille macht sich gut in einem Salat oder kann als Tee getrunken werden. Iss sie zu Beginn nicht in großen Mengen, da einige Menschen allergisch auf sie reagieren können.

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8.) Gewöhnliche Kratzdistel

Hierzulande gilt sie als Unkraut, in Schottland ist sie die Nationalblume. Die Distel verursacht aber nicht nur Schmerzen, wenn man ihr zu nahe kommt, sondern sie kann auch verzehrt und für Heilzwecke genutzt werden. Alle Teile der Pflanze sind essbar, die Knospen solltest du aber vor der Blüte ernten. Junge Blätter können in Rohkost und Salaten oder als Kochgemüse verwendet werden, ältere müssen vor dem Verzehr entstachelt oder entsaftet werden. Die getrockneten und gemahlenen Wurzeln lassen sich zu einer Art Gemüsemehl verarbeiten. Und die Blütenstängel lassen sich schälen und wie Spargel verarbeiten, aber auch roh essen. Der Geschmack der Distel erinnert an Kopfsalat, die Blütenböden, aus denen man Backgemüse zubereiten kann, an Artischocke.

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9.) Stachel-Lattich

Der Stachel-Lattich hat eine Besonderheit, die ihm noch einen anderen Namen verleiht. Bei starker Sonneneinstrahlung stehen seine Blätter in Kompass-Stellung, also in Nord-Süd-Ausrichtung. Deshalb wird er auch Kompass-Lattich genannt.
Durch seine enge Verwandtschaft mit dem Kopfsalat ist es nicht verwunderlich, dass auch der Stachel-Lattich essbar ist. Er schmeckt nicht nur in Salaten und als gekochtes Gemüse, sondern wirkt zusätzlich noch beruhigend bei Magenkrämpfen sowie Herzrasen und kann Hustenreiz lindern.
Der Geschmack ist leicht bitter und ähnelt dem des Strunkes von Kopfsalat, was aufgrund seiner engen Verwandtschaft naheliegt. Mit zunehmender Reife nimmt der Gehalt an Bitterstoffen allerdings zu, weshalb du ihn am besten erntest, wenn er noch recht jung ist.

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10.) Große Klette

Die Große Klette hatte wohl jeder schon mal an einem seiner Kleidungsstücke hängen, nachdem er durch ein Feld gelaufen war. Sie wird als Unkraut angesehen, doch nur wenige wissen, dass sie auch essbar ist und sogar heilende Eigenschaften besitzt. Bis auf die Blüten sind alle Teile der Pflanze nutzbar. Sie eignet sich sowohl als Gemüse als auch als Rohkost. Ihr Geschmack ist bitter-süßlich und erinnert an Schwarzwurzeln. Ernte sie am besten vor der Fruchtreife, denn die Klettenhaare, die als Borstenkranz die Spitze der reifen Frucht zieren, können einen unangenehmen Juckreiz auf der Haut und im Auge verursachen. Schwangere sollten komplett auf den Verzehr und eine äußerliche Anwendung verzichten. 

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11.) Löwenzahn

Den Löwenzahn mit seiner leuchtend gelben Blüte und der schönen Pusteblume kennen dank Peter Lustig wohl alle von uns schon seit der Kindheit. Doch auch wenn er auf jeder Wiese wächst, wissen die wenigsten, dass er auch eine tolle Ergänzung für den Speiseplan ist – und zwar nicht nur für den von Kaninchen. Löwenzahn ist von der Wurzel bis zur Blüte essbar, kann beim Abnehmen helfen, wirkt als Muntermacher und peppt deine Speisen auf. Die Anwendungsmöglichkeiten sind äußerst vielfältig. Die Blätter enthalten besonders viel Vitamin C und Provitamin A und sind deshalb sehr gesund. Außerdem hat Löwenzahn einen relativ hohen Kaliumgehalt. Durch die knallige Farbe eignen sich die Blüten als schöne Dekoration deiner Speisen und lassen sich zu Sirup verarbeiten, der eine tolle Alternative zu Honig darstellt. Aus den Wurzeln lässt sich ein milder Kaffee brühen, dessen Geschmack aber mehr als gewöhnungsbedürftig ist. Auch wenn der Milchsaft per se nicht giftig ist, wird vor dem Verzehr großer Mengen gewarnt, da er viele Bitterstoffe, Harze und Triterpene enthält und zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann.

12.) Königskerze

Die Königskerze wird schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze verwendet. Mit ihren bis zu 3 Metern Höhe ist sie nicht so leicht zu übersehen und gehört auch heute noch zu den bekannteren Heilkräutern. Früher glaubte man, die Königskerze würde Unholde und böse Zauber fernhalten. Deshalb pflanzte man sie oft ans Haus, damit sie dieses und seine Bewohner vor Unwetter und Blitzschlag schützen. Daher stammen auch ihre alten Namen: Wetterkraut oder Donnerkerze. Aber sie wurde, in Öl oder Pech getaucht, auch als Fackel genutzt.
Ihre Blätter, Blüten und Wurzeln sind essbar, allerdings sind sie als Gemüse kaum zu verwenden. Ihre Kraft liegt hauptsächlich in der Heilkunst. Wegen ihres süßlichen Geschmacks eignen sich allerdings die Blüten und Blätter für Teemischungen und als Aromatisierung und Farbgebung in Limonaden oder Smoothies. Sie ist aufgrund ihres milden Geschmacks auch für Kinder geeignet.

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13.) Wegerich

War der Wegerich früher eine der angesehensten Heilpflanzen, begleitet er uns buchstäblich auch heute noch auf Schritt und Tritt. Denn im Althochdeutschen bedeutet Wegerich: „König der Wege“. So findet er sich am Wegesrand am leichtesten. Die beiden bekanntesten Arten sind der Spitz- und der Breitwegerich.
Der Wegerich enthält viel Vitamin K, Vitamin C, Karotin und Kieselsäure, weshalb er auch ein gesundes und wertvolles Nahrungsmittel ist. Alle Teile des Wegerichs eignen sich zum Verzehr und sein Geschmack erinnert etwas an Champignons. Die Blätter kannst du wie Spinat als Gemüse zubereiten oder auch in den Salat geben. Die aromatischen Blüten können roh geknabbert oder ebenfalls zum Salat gegeben werden. Auch die Wurzel kann im Herbst und Winter geerntet, danach in einem Wasserbad gut gewaschen und anschließend gemeinsam mit anderem Wurzelgemüse gekocht werden.

14.) Sauerklee

Sauerklee ist sowohl Unkraut als auch Heilpflanze. Manche Gärtner packt die Wut, wenn sie das Wort Sauerklee hören. Denn diese Pflanze treibt so manchen an den Rand der Verzweiflung, da sie als schwer zu vernichtendes Unkraut bekannt ist. Doch abgesehen davon, dass man ihn schwer wieder loswird, ist der Sauerklee auch essbar. Sein Geschmack ist säuerlich-fruchtig und frisch. Nach der Entfernung aus dem Garten solltest du ihn also nicht gleich vernichten, sondern in einem Salatdressing, einer Suppe oder als Limonade verwenden. Da er wie Rhabarber, Sauerampfer oder Spinat die giftige Oxalsäure enthält, solltest du ihn roh nur in geringen Mengen verzehren.

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15.) Brennnessel

Die Brennnessel wird häufig als eines der lästigsten Unkräuter angesehen, denn bei Kontakt mit der Haut entstehen stark juckende und auch schmerzende Pusteln. Dennoch ist sie sehr nützlich und sollte häufiger in der Küche eingesetzt werden. Die Brennnessel enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und ist zudem reich an Eisen, Kalium und Magnesium. Aber auch ihr Eiweißgehalt rechtfertigt die Verwendung in der Küche. Es kann im Prinzip jeder Teil von ihr verzehrt werden. Die Blätter kannst du wie Spinat zubereiten oder mit ihnen deinen Salat, deine Milchprodukte und auch deine Smoothies verfeinern. Um zu verhindern, dass sie „sticht“, kannst du mit einem Nudelholz über die Blätter rollen oder sie in einem Gefrierbeutel kräftig drücken. Aber auch beim Kochen, Dünsten, Trocknen oder Pürieren werden die schmerzenden Brennhaare unschädlich gemacht. Sobald sie blüht, solltest du sie allerdings nicht mehr ernten, denn sie beginnt, Zystolithen zu bilden. Diese enthalten starke Ablagerungen von Calciumcarbonat und können die Nierenfunktion beeinträchtigen.

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Für die einen sind sie ein Ärgernis im heimischen Garten, für die andere eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Da viele der aufgeführten Pflanzen allerdings auch nicht essbare oder gar giftige Doppelgänger haben, solltest du genau hinschauen, was du dir auf den Teller holst. Auch solltest du dir bei Pflanzen auf fremden Feldern oder am Wegesrand sicher sein, dass sie nicht mit Mitteln zur Unkrautvernichtung bespritzt wurden, und darauf achten, dass sie an nicht sehr stark befahrenen Straßen stehen. Sobald du sie aber das erste Mal gekostet hast, wirst du sie als Zutat in deinen Gerichten sicher nicht mehr missen wollen. 

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