10 Fische, die man lieber nicht essen sollte

Fisch ist gesund. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche. Generell senkt Fisch das Risiko für Herzkrankheiten und Stoffwechselstörungen. Verantwortlich dafür sind vor allem die gesunden Omega-3-Fettsäuren. Daneben liefert Fisch hochwertiges Eiweiß, Selen sowie Vitamin D.

Auch für eine gesunde Funktion der Schilddrüse wird empfohlen, regelmäßig Fisch zu essen. Denn insbesondere Seefisch ist ein wichtiger Jodlieferant. Leidet man unter Jodmangel, bilden sich kropfartige Veränderungen am Hals und es kann zu Problemen mit dem Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum und mit der Psyche kommen. 

Ohne Titel

Allerdings sprechen auch einige Argumente gegen den Verzehr von Fisch: Zum einen sind manche Fischarten immer wieder mit Schadstoffen belastet. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) rät daher besonderen Risikogruppen wie Frauen in der Schwangerschaft, Kleinkindern und älteren Menschen mit geschwächtem Immunsystem dazu, den Verzehr bestimmter Fischarten einzuschränken.

Zum anderen sind mit dem Verzehr von Fisch auch ökologische Probleme verbunden. Die Überfischung der Meere bedroht zahlreiche Fischbestände. Auch manche Fangmethoden stehen in der Kritik: Delfine, die in Thunfischnetzen verenden, oder Schleppnetze, die den Ozeanboden umpflügen, sind nur die prominentesten Beispiele. In den letzten Jahren führte auch die Massentierhaltung von Fischen in Aquakultur immer mehr zu einer Belastung der umliegenden Ökosysteme.

Approaching death

Kritik am MSC- und ASC-Siegel

Die Industrie hat diese Vorbehalte gegenüber Fischprodukten aufgegriffen und Gütesiegel für nachhaltige Fischerei eingeführt. Die mit Abstand bekanntesten sind das MSC-Siegel für Wildfang und das ASC-Siegel für Fisch aus Aquakultur.

Die beiden Siegel werden jedoch häufig als unzureichend eingestuft. Denn die Kriterien für die Siegelvergabe sind äußerst lasch: Bereits die Erklärung, in Zukunft mehr auf Nachhaltigkeit achten zu wollen, reicht aus, um das Zertifikat zu bekommen. Hohe Beifangraten werden nicht sanktioniert. Bei Aquakultur gibt es kaum Vorgaben zum Medikamenteneinsatz.

Vor allem sehen Umweltschützer beim MSC- und ASC-Siegel aber einen Interessenkonflikt: Die Stiftungen, die die Siegel vergeben, finanzieren sich zu 70 % über die Einnahmen aus den Zertifizierungsgebühren – so richtig unabhängig sind die Organisationen damit nicht.

msc certification

Liste problematischer Fischarten

Sicher, die MSC- und ASC-Siegel sind ein Schritt in die richtige Richtung. Lieber ein Fisch mit Zertifikat als einer ohne. Eine Garantie dafür, ob der gekaufte Fisch auch tatsächlich nachhaltig gefangen oder gezüchtet wurde, geben die MSC- und ASC-Siegel allerdings nicht. 

Weil alternative Zertifikate, die strengere Standards anlegen, noch recht selten sind, haben die Umweltschutzorganisationen WWF und Greenpeace jeweils eigene Übersichten zur allgemeinen Orientierung veröffentlicht. Hier kann man grob abschätzen, welche Fische ohne Weiteres auf der Speisekarte landen dürfen und welche nicht. Bei folgenden Fischarten sollte man dabei aus unterschiedlichen Gründen besonders vorsichtig sein:

1.) Aal

stark gefährdet

Aale gelten weltweit als stark gefährdet. Einzelne Fischereien setzen sich zwar dafür ein, dass sich der Aalbestand erholt. Im Zweifelsfall sollte man aber lieber die Finger vom Aal lassen.

2.) Dorade (Goldbrasse)

hoher Beifang

Doraden, auch Goldbrassen genannt, werden mit Schleppnetzen gefangen, die zu einem großen unerwünschten Beifang führen – darunter auch geschützte oder gefährdete Arten wie Delfine und Haie.

Die Produktion von Doraden in Aquakultur erfordert ein hohes Maß an Futtermitteln in Form von Wildfisch, der in konventionellen Betrieben (also ohne Bio-Zertifikat) meist nicht aus nachhaltigem Fang stammt.

Dorade

3.) Hering

belastet

Laut Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung findet sich in Heringen besonders häufig Mikroplastik. Die gesundheitliche Wirkung von Mikroplastik auf den Menschen ist zwar derzeit noch unklar. Es steht jedoch fest, dass Mikroplastik über die Ernährung in menschliche Zellen gelangen kann und sich dann dort ablagert. 

Nach dem Gebot der Vorsicht ist es ratsam, den Verzehr von Hering einzuschränken. 

4.) Hoki

hoher Beifang

Der Hoki ist in Deutschland vom Namen her noch recht unbekannt, wird aber dennoch in großen Mengen verspeist: Die Restaurantkette McDonald’s ist der größte Abnehmer. Umweltschützer kritisieren, dass beim Hokifang regelmäßig zahlreiche Seebären, Haie und Delfine in den Netzen verenden. Vor allem die vom Aussterben bedrohten Hector- und Maui-Delfine werden auf diese Weise gefährdet.

5.) Kabeljau (Dorsch)

gefährdet, Fangmethode

Kabeljau bzw. Dorsch war früher ein sehr beliebter Speisefisch. Die Überfischung hat in den 1980er und 1990er Jahren zu einer starken Gefährdung des Kabeljaus geführt. Davon haben sich besonders die Bestände im Nordwestatlantik sowie im Pazifik noch nicht erholt.

Zudem wird Kabeljau meist mit Grundschleppnetzen gefangen, die über den Meeresboden gezogen werden und das dortige Ökosystem zerstören.

Dorsch

6.) Lachs aus Aquakultur

belastet, Zuchtmethode

Lachs stammt heutzutage fast ausschließlich aus Aquakultur. Dort leben die Fische oft so eng eingepfercht, dass in hohem Maße Medikamente und Chemikalien eingesetzt werden müssen, um Krankheiten zu verhindern. Die Lachszucht in offenen Netzgehegen belastet außerdem die Umwelt, wodurch Wildfischbestände gefährdet werden.

Lachs aus Aquakultur weist regelmäßig hohe Konzentrationen von Ethoxyquin auf. Für Obst, Gemüse und Fleisch existieren strenge Grenzwerte für das Gift – nur für Zuchtfisch nicht. Erst ab 2020 ist der Einsatz von Ethoxyquin auch im Fischfutter EU-weit verboten.

Besser ist es also, auf Wildlachs oder Zuchtlachs mit Bio-Zertifikat zurückzugreifen.

7.) Pangasius

belastet, Zuchtmethode

Der Süßwasserfisch wird fast ausschließlich in Aquakulturen im Süden Vietnams gezüchtet. Die Betriebe werden von Verbraucher- und Umweltschützern gleichermaßen als bedenklich eingestuft. Wiederholt wurden unerlaubte Arzneimittelrückstände festgestellt. Auch die Küstengebiete mit ihren Mangrovenwäldern werden durch die Zuchtbetriebe stark geschädigt.

8.) Schillerlocke

stark gefährdet, belastet

Schillerlocke ist ein anderer Name für den enthäuteten und geräucherten Bauchlappen des Dornhais. Der steht auf der Liste der gefährdeten Arten. Schon allein deshalb sollte man auf Schillerlocken verzichten. Darüber hinaus ist das Fischfleisch oft auch noch stark mit Quecksilber belastet.

wikipedia/Nicor/CC-BY-SA-3.0

9.) Thunfisch

belastet, gefährdet, Fang- und Zuchtmethode

Thunfisch ist sehr fettreich. Je höher der Fettanteil, desto höher ist auch die Belastung durch Quecksilber, Blei und Dioxin.

Viele Thunfischarten galten als stark gefährdet. Zwar haben sich die Bestände inzwischen wieder erholt – wie sehr genau, weiß man allerdings nicht. Trotz dieser Unsicherheit wurden die Fangquoten um über 50 % erhöht – aus Sicht des WWF ein ökologischer Irrsinn.

Der Thunfischfang verursacht große Mengen Beifang. Nicht selten finden sich darunter vom Aussterben bedrohte Arten wie Meeresschildkröten, Haie, Wale und Delfine. Die Zucht in Aquakultur ist nichts anderes als eine Thunfischmast, für die Jungtiere gefangen und eingesperrt werden. Der klassische Thunfischfang mit Fallen, wie er zuweilen noch im Mittelmeer betrieben wird, ist hingegen unbedenklich.

10.) Viktoriabarsch

gefährdet

Der Viktoriabarsch heißt eigentlich Nilbarsch. Er wurde vom Menschen im Viktoriasee ausgesetzt, wo der Raubfisch zahlreiche heimische Fischarten verdrängt hat. Heutzutage ist der Bestand des Viktoriabarschs selbst gefährdet.

wikipedia/Snek01/CC-BY-2.0

Wenn all diese Fische vom Speiseplan verschwinden sollen, was bleibt denn dann noch für Fisch übrig? Achte zum einen beim Kauf verstärkt auf Bio-Siegel oder kaufe deinen Fisch direkt im Fachgeschäft deines Vertrauens. Zum anderen gibt es auch noch andere Fische: Karpfen und Wels gelten zum Beispiel weder als gefährdet noch als mit Schadstoffen belastet.

Seinen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren kann man darüber hinaus auch mit pflanzlichen Produkten wie Leinöl unterstützen. Weitere Empfehlungen für eine Ernährung, die Herzkrankheiten und Schlaganfällen vorbeugt, findest du in diesem Artikel.

Diese Webseite ist weder dazu gedacht noch geeignet, professionelle Beratungen, Untersuchungen, Behandlungen, Diagnosen, etc. durch Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten, Heilpraktiker und/oder andere medizinische Fachleute zu ersetzen, zu ergänzen oder zu widerlegen. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen.

Kommentare

Auch interessant