Übermäßiger Haarwuchs bei Frauen lässt auf Krankheiten schließen.

Jeder Mensch hat nicht nur auf dem Kopf, sondern auch an anderen Stellen des Körpers Haare. Sie erfüllen bei uns, im Gegensatz zum Fell bei den Tieren, aber keine unverzichtbaren physiologischen Aufgaben mehr. So haben z.B. Menschen mit einer Alopezie, also dem Fehlen jeglicher Körperbehaarung, keine gesundheitlichen Einschränkungen zu befürchten.

Wir besitzen zwei unterschiedliche Arten von Körperhaaren. Die erste sind die Vellushaare. Sie sind fein und marklos und befinden sich am ganzen Körper. Die zweite Art sind die Terminalhaare, die sich im Bereich der Kopfhaut, Augenbrauen, Wimpern sowie im Bart-, Achsel-, Brust- und Schambereich befinden, aber auch im äußeren Gehörgang und am Naseneingang. Sie sind dicker als die Vellushaare, markhaltig, stärker pigmentiert und bilden sich häufig während der Pubertät aus.

Ist das üppige Brusthaar eines Mannes noch Sache des Geschmacks oder der Mode, gelten Haare auf dem Rücken schon eher als störend. Doch meist sind es die Frauen, die unter einem verstärkt auftretenden Haarwuchs leiden. Die unerwünscht sprießenden Haare im Gesicht, an Brust, Bauch, Beinen oder dem Rücken werden bei Frauen als Hirsutismus bezeichnet. Die Betroffenen verspüren oft einen enormen Leidensdruck und schämen sich regelrecht für das klassisch männliche Behaarungsmuster. 

 
 
 
 
 
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Hier zeigen wir dir 6 mögliche Ursachen für einen vermehrten Haarwuchs bei Frauen.

1.) Polyzystisches Ovar-Syndrom

Das polyzystische Ovar-Syndrom ist eine der häufiger auftretenden Varianten des Hirsutismus. Frauen mit dieser Krankheit haben einen erhöhten Spiegel an männlichen Geschlechtshormonen, den Androgenen. Neben dem vermehrten Haarwuchs ist ein unregelmäßiger Zyklus ein eindeutiges Symptom. Die Ursache für das POC-Syndrom ist, dass zwar viele Eizellen reifen, es aber nicht zum Eisprung kommt. So verbleiben die Eizellen im Follikel im Eierstock, der sich dadurch vergrößert und Zysten bildet. Weitere Symptome sind Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Schlafprobleme. Darüber hinaus kann es auch unfruchtbar machen. Sobald du diese Symptome an dir bemerkst, solltest du sie auf jeden Fall von deinem Frauenarzt abklären lassen.

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2.) Erkrankungen der Nebenniere

Die Nebennieren liegen am oberen Ende der Nieren und sind für die Produktion verschiedener Steroidhormone zuständig. Durch verschiedene Erkrankungen kann diese Hormonproduktion in der Nebennierenrinde allerdings gestört werden. So kommt es entweder zu einer Über- oder Unterfunktion, es werden also zu viele oder zu wenige Hormone gebildet.
Dadurch gerät der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht, was bei Frauen unter anderem zu einem vermehrten Haarwachstum führen kann. Weitere Symptome sind Bluthochdruck, zu hohe oder niedrige Blutzuckerwerte, Kopfschmerzen, Muskelschwäche oder Gewichtszunahme, besonders im oberen Teil des Körpers.

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3.) Hormonelles Ungleichgewicht

Der menschliche Körper hat mehrere Entwicklungsphasen, in denen das hormonelle Gleichgewicht sich verändert. Beispiele dafür sind die Pubertät oder die Menopause bei der Frau. Starker Haarwuchs bei Frauen kann auf ein Ungleichgewicht der männlichen Geschlechtshormone hindeuten. Sowohl Männer als auch Frauen besitzen diese Hormone, wobei sie bei Frauen natürlich in einer viel geringeren Menge vorhanden sind. Steigt deren Anteil im weiblichen Körper, reagiert er mit Veränderungen, wie z.B. Bartwuchs. Aber auch ein Rückgang der weiblichen Sexualhormone nach der Menopause kann einen ähnlichen Effekt auf den Körper haben. 

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4.) Zellwachstum

Starker Haarwuchs kann auf einen extremen Anstieg des Testosteron-Levels hindeuten und das Resultat eines unnatürlichen Wachstums von Körpergewebe oder auch eines Tumors sein, wodurch mehr männliche Sexualhormone freigesetzt werden. Zusätzlich können auch bestimmte Medikamente zu einem vermehrten Haarwachstum an unerwünschten Stellen führen. 

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5.) Ethnische Abstammung

Doch nicht nur Krankheiten oder ein Hormonungleichgewicht können für unerwünschte Körperbehaarung bei Frauen verantwortlich sein. Wie viele Haare an bestimmten Stellen wachsen bzw. auch deren Beschaffenheit ist durch die ethnische Abstammung bestimmt. So haben bestimmte Ethnien ein höheres Haarwachstum als andere. Frauen aus dem mediterranen Raum oder dem Mittleren Osten haben häufig das Problem eines starken Haarwuchses. 

 
 
 
 
 
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6.) Genetik

Die Genetik spielt beim Haarwachstum eine sehr große Rolle. Wenn du ein Haarwachstum von dickem, dunklem Haar an vorrangig „männlichen“ Stellen an dir bemerkst, schau dir auch Fotos deiner Großmutter an. So viel wir auch mit der derzeitigen Technologie erreichen können, wir können die Genetik nicht austricksen. 

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Ob es dir gefällt oder nicht, aber wir alle haben Körperbehaarung. Sie ist völlig natürlich. Wenn sich allerdings der Ort oder die Beschaffenheit deiner Haare innerhalb kurzer Zeit verändert, ist das womöglich ein Zeichen für ein gesundheitliches Problem. Dann solltest du es auf jeden Fall von einem Arzt abklären lassen.

Um unerwünschte Haare über der Oberlippe dauerhaft und ohne Rasur loszuwerden, schau dir auch diesen Artikel an. 

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