Fragen an Mütter, die sich viele nicht zu stellen trauen

Die Geburt eines Kindes ist jedes Mal ein kleines Wunder. Was der Körper der Frau in dieser Phase, aber auch während und nach der Schwangerschaft, durchmacht, ist kaum zu glauben. Frauen dürfen dadurch viele schöne Gefühle erleben, die nur mit der Mutterschaft einhergehen. Aber es gibt auch die Momente, die bei ihnen starke Zweifel verursachen und in denen sie sich überfordert fühlen, weil der Erwartungsdruck hoch ist oder sie schlichtweg Angst vor der großen Verantwortung bekommen. 

So gibt es Fragen, die sowohl Frauen als auch Männer vor einer möglichen Schwangerschaft beschäftigen. Oftmals geht es dabei um Tabuthemen, für die sich die meisten schämen und die sie nicht einmal mit der besten Freundin besprechen. So halten sie mit ihren Sorgen und Fragen hinter dem Berg und wissen häufig gar nicht, dass solche Gefühle ganz normal sind.

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15 der vielen Fragen, die sich Mamas in spe und werdende Väter vor oder während einer Schwangerschaft stellen, werden in diesem Artikel beantwortet.

1.) Wie schrecklich war die Geburt wirklich?

Der Körper einer Frau ist dafür gemacht, Kinder zu gebären. Dennoch hat sich wohl jede Frau vor ihrem ersten Kind schon einmal gefragt, ob eine natürliche Geburt wirklich so weh tut, wie viele behaupten. Wenn Frauen versuchen, diese Schmerzen zu beschreiben, ist häufig davon die Rede, dass Wehen rund 1000 Mal schlimmer als Regelschmerzen seien. Die Angst vor der Geburt ist deshalb nicht ganz unbegründet und kann nur verschwinden, wenn man über sie redet und sich mit Müttern und Freundinnen austauscht. Aber auch der körpereigene Hormoncocktail während der Geburt hilft gegen die Schmerzen und die Angst.

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2.) Hattest du Depressionen nach der Geburt?

Die Scham, über psychische Probleme zu reden, ist in der heutigen Gesellschaft immer noch groß. Und auch wenn das Verständnis weiter wächst, ist es dennoch ein Tabu, dass manche Frauen nach der Geburt nicht auf Wolke sieben schweben, sondern unter einem Stimmungstief oder gar einer Depression leiden. Viele trauen sich nicht, mit anderen über ihre Gefühle zu sprechen, und haben Angst, nicht dem Bild einer „guten Mutter“ zu entsprechen. Besonders Probleme beim Stillen können frischgebackene Mütter unter extremen Druck setzen und starke Schuldgefühle oder Versagensängste auslösen. Fast jede zweite Frau, die gerade ein Kind zur Welt gebracht hat, erlebt kurzzeitig Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Weinen. Es ist deshalb wichtig, tiefe Traurigkeit und Stimmungsschwankungen nach der Geburt ernst zu nehmen und Unterstützung zu bekommen.

3.) Wie sieht dein Körper jetzt aus?

Eine Schwangerschaft hinterlässt immer Spuren. Die Haut am Bauch ist nach der Geburt schlaff und hängt herunter, nach dem Stillen sind die Brüste schlapp und auch Schwangerschaftsstreifen zeigen sich bei vielen Frauen. Man sollte sich aber immer bewusst machen: Der ­Körper einer Frau leistet während der Schwangerschaft und Geburt Herausragendes. Er braucht nach den Strapazen einfach Zeit – bei der einen mehr, bei der anderen weniger. Denn wie schnell er sich wieder der alten Figur annähert, ist individuell verschieden.

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4.) Tut Sex nach der Geburt weh?

Vor dem ersten Sex nach der Geburt haben viele Frauen Angst. Rein theoretisch können Paare schon vier bis sechs Wochen nach der Geburt wieder miteinander schlafen, das Thema ist aber oft heikel. Der Körper und das eigene Wohlbefinden haben sich verändert. Zudem ist es für beide Partner ungewohnt, in ihrer Rolle als frischgebackene Eltern nun wieder die sexuelle Lust füreinander zu entdecken. Großer Schlafmangel und die komplette Umstellung des bekannten Alltags tun ihr Übriges. Deshalb brauchen die meisten Paare Monate, um ihre Sexualität in der neuen, veränderten Situation kennenzulernen und sich wieder einander anzunähern. Schmerzen verursachen sollte Sex aber niemals, auch nicht nach einer Geburt. 

5.) Hast du je über Abtreibung nachgedacht?

Für die meisten Menschen ist Abtreibung immer noch ein rotes Tuch, dabei beenden jährlich etwa 100.000 Frauen in Deutschland eine Schwangerschaft. Insgeheim stellen sich demnach viele Paare die Frage, ob sie ihr Kind behalten wollen oder nicht. Denn oftmals ist die Schwangerschaft nicht geplant und stellt sowohl Frauen als auch Männer vor Herausforderungen und sorgt für Ängste. Es ist in einer solchen Situation wichtig, ehrlich zu sein, auch wenn man den anderen damit verletzen könnte.

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6.) Ist die Vagina nach der Geburt weiter und wenn ja: Merkt man das beim Sex?

Bei einer Geburt vergrößert sich die Vagina um das Zehnfache, bildet sich nach der Geburt aber sehr schnell wieder zurück. Bereits eine Stunde nach der Geburt hat sie sich schon so weit zusammengezogen, das man sich nicht mehr vorstellen kann, dass da jemals ein Baby durchgepasst haben soll. Sie kann also nicht ausleiern. Es ist allerdings möglich, dass die Vagina und der Scheidenverlauf nach der Geburt ein wenig anders aussehen und die Schamlippen etwas hängen, aber nach ein paar Wochen bildet sich in der Regel alles wieder in die ursprüngliche Form zurück. Auch die meisten Männer berichten, dass sie beim Sex keinen Unterschied zwischen „vorher“ und „nachher“ spüren.

7.) Hast du jemals bereut, ein Kind bekommen zu haben?

Kinder kommen häufig ungeplant, manchmal auch ungewollt, zur Welt. Die Studie „Regretting Motherhood“ der israelischen Soziologin Erna Donath hat eine weltweite Diskussion entfacht. Es meldeten sich erstmals Mütter zu Wort, die nicht voll und ganz von ihrer Mutterrolle erfüllt und jetzt erleichtert waren, dies auch offen zugeben zu können. Es gibt sie also: die Frauen, die es bereuen, ein Kind bekommen zu haben. Aber dennoch sind sich 99 Prozent aller Befragten einig, dass sie ihre Kinder trotz aller Schwierigkeiten lieben, auch wenn sie nicht noch einmal Nachwuchs bekommen wollen. 

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8.) Was ist das Gemeinste, das du je zu deinem Kind gesagt hast?

Für die meisten Menschen sind Kinder das Schönste, das einem passieren kann. Aber Kinder können auch ziemlich nerven. Deshalb kommt Eltern der Satz „Du nervst!“ doch ab und zu über die Lippen. Schlafprobleme, Wutausbrüche – all das zehrt an den Nerven und verursacht Gefühle der Hilflosigkeit. Die Eltern beißen die Zähne zusammen, um nicht zu explodieren, doch irgendwann ist der Druck zu groß und es platzt heraus. Was folgt, sind Traurigkeit, Selbstvorwürfe und Selbstzweifel. Doch man darf seinem Kind durchaus einmal mitteilen, dass es gerade nervt. Allerdings sollte man auf die richtige Formulierung achten und mit Ich- statt mit Du-Botschaften arbeiten.

9.) Was nervt dich an anderen Müttern?

Die meisten sind sich darüber einig, dass perfektionistische Mütter, die nur noch über ihr Kind reden, am meisten nerven. Klar ist das Kind erst einmal der Lebensmittelpunkt, aber die meisten wollen nicht ständig darüber reden, besonders wenn sie gerade einmal ohne Kind unterwegs sind. Auch gut gemeinte Ratschläge oder das Vergleichen des Kindes mit den anderen stehen ganz weit oben auf der Nerv-Liste. Jede Frau hat andere Vorstellungen davon, wie sie ihr Kind erziehen und ihr Leben und ihre Familie gestalten will. Frauen und Mütter sollten aufhören, Druck aufzubauen, und stattdessen sich und ihre Kinder so nehmen, wie sie sind. Ohne Eifersüchteleien, Zickereien oder Verbesserungsvorschläge.

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10.) Wann weiß ich, ob ich wirklich bereit bin für ein Baby?

Diese Frage wird dir natürlich niemand beantworten können. Die meisten Frauen hätten gerne ein Baby, doch sie wissen, dass das jede Menge Verantwortung bedeutet und sich einiges im Leben ändern wird. Auch haben sie Angst, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein, weswegen sie es sich mit der Entscheidung für ein Baby nicht leicht machen. Deshalb fragen sich viele Eltern, ob es den einen Moment gab, in dem es „Klick“ im Bauch oder Kopf gemacht hat. Oder ob man sich nach einem bestimmten Ereignis bereit für ein Baby fühlt oder einfach das Gefühl hat, dass einem etwas fehlt.

11.) Wie fühlt sich diese berühmte Mutterliebe bloß an?

Immer wieder erzählen Neu-Mamas, dass die Bindung zwischen ihnen und ihrem Baby unglaublich innig und mit nichts anderem zu vergleichen sei. Die berühmte Mutterliebe bedeutet für die meisten Menschen selbstlose Aufopferung für die Kinder und inspiriert seit Jahrhunderten Literaten und Künstler. Doch Wissenschaftler beginnen nur langsam zu verstehen, wie dieses große Gefühl entsteht und warum Mütter für ihre Kinder tatsächlich vieles tun, was sie für keinen anderen Menschen, nicht einmal ihren Partner, auf sich nehmen würden. Dennoch man kann sich nur schwer vorstellen, wie anders diese Liebe sein wird. Wahrscheinlich ist das eines der Dinge, die man nicht in Worte fassen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

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12.) Hält man das eigene Kind automatisch für wunderschön?

Der Hormoncocktail während und nach der Geburt bewirkt, dass man sein Baby als das schönste Kind der Welt wahrnimmt, auch wenn dies Außenstehende oft nur schwer nachvollziehen können. Denn sind wir mal ehrlich: Neugeborene sehen in den ersten Stunden nach der Geburt selten schön aus. Die Proportionen stimmen nicht, sie sind runzelig und oftmals zerknautscht im Gesicht. Aber sie duften sehr gut und all das ist sicherlich von Mutter Natur so gewollt. Denn egal, wie genervt Mütter von ihren Kindern sind: Sobald sie sie anschauen und ein bisschen an ihnen riechen, ist alles vergeben. 

13.) Wie fühlt es sich an, schwanger zu sein?

Viele Frauen fragen sich, ob man in den ersten Wochen der Schwangerschaft überhaupt etwas spürt und wie es sich überhaupt anfühlt, schwanger zu sein bzw. wenn das Baby das erste Mal tritt und sich bewegt. Manche Frauen spüren bereits, dass sie schwanger sind, noch bevor sie einen Test gemacht haben. Zum Beispiel an Veränderungen der Brüste, großer Müdigkeit, einem gesteigerten Appetit oder einer plötzlichen Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel oder Gerüche. Viele berichten davon, dass sie sich in den ersten 12 Wochen eher wie krank gefühlt haben. Sobald das Baby größer wird, sind dann auch die ersten Bewegungen und Tritte zu spüren, die, obwohl sie teilweise unangenehm und schmerzhaft sein können, viele Frauen als wunderschön beschreiben, weil sie so wissen, dass es ihrem Kind gut geht und alles okay ist. 

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14.) Sehen die Brüste nach dem Stillen anders aus?

Da jeder Körper anders ist, gibt es keine allgemeingültige Regel, wie der Busen nach dem Stillen aussehen wird. Meist spielen dabei mehrere Faktoren eine Rolle, wie z.B. die Genetik und die Hormone. Das Gerücht, dass Frauen durchs Stillen einen Hängebusen bekommen, hält sich hartnäckig, ist aber eindeutig falsch. Die Brüste verändern sich während der Schwangerschaft in Form und Größe und durchlaufen nach der Geburt eine ganz normale Rückbildung, in der sie weicher werden und nicht mehr so prall erscheinen. Dennoch ist jede Brust anders und es kann nicht vorhergesagt werden, was genau geschieht. Tatsache ist aber, dass der Busen in aller Regel wieder zu seiner alten Form zurückfindet. Manchmal bereits nach einigen Wochen, manchmal erst nach einigen Jahren.

15.) Tut Stillen wirklich so weh, wie alle sagen?

Immer wieder hört man von Frauen, dass sie beim Stillen unglaubliche Schmerzen gehabt hätten und deshalb sogar damit hätten aufhören und ihr Baby mit der Flasche ernähren müssen. Und auch der Handel springt auf den Zug auf und verkauft Salben oder Kompressen, die die Schmerzen lindern sollen. In den ersten Tagen können sich die Brustwarzen durchaus etwas empfindlich oder gereizt anfühlen oder es kann ein kitzeliges Gefühl beim Stillen auftreten – schmerzen sollten sie allerdings nie. Sobald die Beschwerden über eine etwas unangenehme Irritation der Brustwarzen hinausgehen, richtige Schmerzen auftreten oder sogar schon Verletzungen sichtbar sind, sollte zügig gehandelt und unbedingt kompetente Hilfe gesucht werden. Denn der häufigste Grund für schmerzende Brustwarzen ist, dass das Baby nicht ideal positioniert ist – und das kann mit der richtigen Unterstützung verbessert werden. 

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Viele Gefühle, die mit dem Muttersein einhergehen, können die meisten Frauen nur schwer in Worte fassen. Denn Schwangerschaft und Geburt sind ganz subjektive Erfahrungen, die jede Frau anders wahrnimmt. Zum einen ist es ein wundersames Rätsel, das große Fragen aufwirft. Zum anderen sind die Abgründe der Elternschaft immer noch ein Tabuthema, das „Betroffene“ nur heimlich und hinter verschlossenen Türen miteinander teilen. Deshalb ist es umso wichtiger, diese Fragen zu stellen und aufzuklären.

Wie erging es dir während der Schwangerschaft? Hattest du ähnliche Fragen vor der Geburt?

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