6 häufige gesundheitliche Probleme von Männern

Männer gelten im Volksmund als das „starke Geschlecht“. Groß und kräftig gebaut, erlegte der Steinzeitmann das Mammut mit der Keule, um es anschließend seiner zarten, zerbrechlichen Frau in die heimische Höhle zu schleppen. Der Mann ist der Beschützer, er verdient das Geld und weiß, wie man einen platten Autoreifen wechselt.

So weit das Klischee. Aber Männer haben auch ihre Schwachstellen. Einige Probleme treffen sie weit stärker als Frauen. 6 dieser Probleme werden in diesem Artikel vorgestellt:

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1.) Versagensängste

Für Männer ist die Welt ein Wettbewerb – das gilt auch für das Liebesleben. Dieser Leistungsdruck kann jedoch zu Versagensängsten führen: „Was, wenn ich nicht gut genug bin? Was, wenn 'er' nicht mitmacht?“ Kurioserweise führen ausgerechnet diese Gedanken zu dem befürchteten Ergebnis. Die Angst, seinen Mann nicht zu stehen, ist die häufigste Ursache für chronische Erektionsstörungen und Impotenz.

Dabei ist der Auslöser oft ganz harmlos: In einer Phase beruflicher Anspannung passiert es einmal, dass die Erektion beim Geschlechtsverkehr nachlässt. Beim nächsten Beisammensein beobachtet der Mann sein bestes Stück schon mit gewisser Sorge – und tatsächlich macht es wieder vorzeitig schlapp. So beginnt ein regelrechter Teufelskreis.    

Für Frauen gehört es zum sexuellen Alltag, mal nicht zum Orgasmus zu kommen oder nicht recht erregt zu werden. Frauen nehmen das für gewöhnlich recht gelassen. Männer fühlen sich hingegen sofort in ihrer Männlichkeit bedroht und ziehen sich vor Gram zurück.

Etwas mehr Gelassenheit täte Männern in dieser Beziehung sicher gut. Ein erfülltes Geschlechtsleben hängt schließlich nicht allein von der Standfestigkeit ab.

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2.) Schnupfen

„Männer brauchen keinen Regenschirm. Sie werden nass. Und fluchen. Und sterben.“ So in etwa erleben viele Frauen ihren Göttergatten, wenn die erste Erkältungswelle durchs Land zieht. Kaum läuft die Nase und kratzt der Hals, verwandelt sich der härteste Kerl in einen Jammerlappen.

Mehrere Untersuchungen konnten allerdings nachweisen, dass der berüchtigte „Männerschnupfen“ tatsächlich eine physiologische Ursache hat. Das Immunsystem von Männern und Frauen unterscheidet sich! Schuld daran sind die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron.

Das weibliche Hormon Östrogen vermindert die Stoffwechselrate der erkrankten Zellen, wodurch sich die Viren nicht so schnell ausbreiten können. Somit hat das weibliche Immunsystem mehr Zeit, die Krankheit bereits im Keim zu ersticken. Das männliche Hormon Testosteron bewirkt genau das Gegenteil: Je höher der Testosteronspiegel, desto härter wird der Mann von der Erkältung erwischt.

Allerdings spielt auch das Verhalten der Männer bei der erhöhten Krankheitsanfälligkeit eine Rolle: Sie achten weniger auf ihre Gesundheit und leben riskanter. Also: Immer schön den Schirm mitnehmen!

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3.) Haarausfall

Bei manchen bleibt es bei Geheimratsecken, doch bei anderen kommt schon bald eine Tonsur hinzu, die sich zu einer richtigen Vollglatze ausbreiten kann. Haarausfall ist ein Problem, das viele Männer betrifft – und nicht wenige leiden darunter. Bruce Willis und Vin Diesel zum Trotz verbinden viele Männer mit dem schwindenden Haupthaar immer noch nachlassende Potenz, Kraftlosigkeit und sinkende Attraktivität.

Dabei ist Haarausfall in 80 % der Fälle rein erblich bedingt. Die Haarwurzeln reagieren schlicht überempfindlich auf Dihydrotestosteron (DHT), ein Abbauprodukt von Testosteron.

Um dem Kahlschlag auf dem Kopf Einhalt zu gebieten, greifen die Männer tief in die Tasche. 43 Pflegeprodukte gegen Haarausfall führt ein durchschnittlicher Drogeriemarkt im Sortiment. Dabei helfen lediglich drei Mittel nachweislich: eine Haartransplantation oder die Medikamente Minoxidil und Finasterid. Ärzte sehen die beiden Medikamente jedoch kritisch, da sie zu gravierenden Nebenwirkungen wie Depressionen, Libidoverlust und irreparablen Erektionsstörungen führen können.

Ob Mann sich da nicht doch lieber dem Erbe seiner Väter stellt und sein kahles Haupt akzeptiert?

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4.) Liebeskummer

Zuweilen hat Frau den Eindruck, dass Mann erstaunlich schnell über eine Trennung hinwegkommt. Während sie noch die Nächte hindurch Rotz und Wasser heult und stundenlang mit ihrer besten Freundin telefoniert, hat er bereits eine Neue an der Angel oder stürzt sich in Arbeit.

Doch der Eindruck trügt: Männer sind nämlich Meister der Verdrängung. Frauen lassen bei Liebeskummer den Schmerz mehr zu, um ihn dann zu verarbeiten. Männern fällt es hingegen schwer, mit der Trennung wirklich umzugehen. Sie unterdrücken die Trauer und reden nicht über ihre Ängste. Orientierungslosigkeit im Alltag, Depressionen und stressbedingte Krankheiten sind nicht selten die langfristige Folge.

Das Verdrängen hat aber noch eine zweite Seite: Denn jedes Beziehungs-Aus hat eine Vorgeschichte. Während die Frau bereits viel in die Beziehungsarbeit investiert hat, wird der Mann von der Trennung regelrecht überrascht. „Meine Frau hat mich verlassen, einfach so!“, heißt es dann. Der Mann fällt in ein Loch, aus dem er so schnell nicht wieder herauskommt.

Frauen leiden also kurz und intensiv, Männer hingegen länger und mit gravierenderen Auswirkungen. Der Rat an das männliche Geschlecht: Mit Freunden ab und zu auch mal über Probleme reden.

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5.) Herzinfarkt

Männer erleiden mehr als doppelt so häufig einen Herzinfarkt oder Schlaganfall wie Frauen. Und es trifft sie im Schnitt auch zehn Jahre früher. 

Auch hiergegen kann Mann einiges tun. Denn das Risiko für einen Infarkt lässt sich in vielen Fällen durch einen gesünderen Lebenswandel und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen deutlich reduzieren. Bereits einer der vier großen Risikofaktoren Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes oder ein zu hoher Cholesterinspiegel erhöht das Herzinfarktrisiko um das Zehnfache. Dazu kommen Übergewicht und Stress, die man mit einer gewissen Achtsamkeit oder einem Besuch beim Arzt in der Regel ebenfalls einigermaßen in den Griff bekommen kann.

In diesem Artikel erfährst du 6 Symptome, die einen Monat vor einem Herzinfarkt auftreten

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6.) Alkohol

Trinkfestigkeit und Maskulinität gehören für viele immer noch zusammen. Und in der Tat vertragen Männer im Schnitt fast die doppelte Menge an Alkohol wie Frauen.

Das Problem ist nur: Trinkfestigkeit erhöht die Suchtgefahr. Wem bereits nach einem kleinen Schnaps schwindlig wird, der gewöhnt sich weniger ans Trinken als jemand, der die Wirkung des Alkohols erst nach ein paar Gläsern spürt. So verwundert es nicht, dass Frauen inzwischen zwar beinahe so häufig alkoholische Getränke trinken wie Männer, dafür aber in kleineren Mengen und mit geringerer Alkoholkonzentration – und entsprechend weit seltener alkoholabhängig sind.

Das Tückische ist, dass viele Männer gar nicht merken, dass sie süchtig sind. Sie tun ihren Konsum als Charakterschwäche ab oder trösten sich mit lustigen Sprüchen nach dem Motto „Der Mann: halb Mensch, halb Kater“. Doch Alkoholismus ist eine Krankheit, bei der man sich und anderen schweren Schaden zufügen kann.

Wer keine Feier ohne Alkohol verträgt, der sollte aufhorchen. Aber auch Frauen sind nicht ohne Suchtrisiko: Bei ihnen ist die Abhängigkeit von Schmerz- und Beruhigungsmitteln sehr verbreitet – vor allem im Alter.

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Sowohl Männer als auch Frauen sollten ihrer Gesundheit und ihrem allgemeinen Wohlbefinden zuliebe gut auf sich Acht geben. Vor allem Männer müssen jedoch aufpassen, dass ihnen das Klischee vom „starken Geschlecht“ nicht zum Verhängnis wird. Denn wo Versagensängste für eine Flaute im Bett sorgen, die Verdrängung von Problemen zu Depressionen führt, die Vermeidung von Arztbesuchen Infarkte begünstigt und Sucht mit Trinkfestigkeit verwechselt wird, schießt sich die Männlichkeit ins eigene Knie.

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