5 Frauen zeigen stolz ihren Bart

Der weibliche Körper erlebt im Laufe seines Lebens einige hormonelle „Umbau“-Phasen. Eine der wichtigsten ist die Pubertät, die sowohl äußerlich als auch innerlich – jedenfalls biologisch gesehen – aus dem Mädchen eine Frau werden lässt.

Das Gehirn beginnt damit, Hormone zu produzieren, um die Entwicklung des Mädchens zur Erwachsenen voranzutreiben. Gefühle, Sexualität und vor allem die erste Periode spielen in dieser Zeit eine wichtige Rolle.

_MG_3599

Es gibt jedoch Frauen, die von einer Imbalance der Hormone betroffen sind, sodass sich ihre Entwicklung in anderen Bahnen vollzieht. Die häufigste Hormonstörung bei Frauen ist das sogenannte Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS oder PCO-Syndrom), welches etwa 5 bis 10 Prozent der gebärfähigen Frauen weltweit betrifft.

Symptome

Die häufigsten Symptome eines solchen Syndroms sind Akne, fettige Haut, Haarausfall am Kopf und vermehrte Behaarung am Körper. Außerdem kann es zu Gewichtszunahme und Zyklusstörungen kommen. Dieses Merkmal kann von unregelmäßiger bis zu ausbleibender Regelblutung variieren.

Besonders gefährlich kann es werden, wenn sich als Folge des PCOS eine Insulinresistenz im Körper einstellt. Dabei steigt das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Namensgeber für das PCO-Syndrom sind gutartige Zysten, die sich oftmals an den Eierstöcken bilden.

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Rose Geil (@lunchboxscoresagain) am

Ursachen

Was genau der Grund für das PCO-Syndrom ist, ist bisher unklar. Jedoch weiß man, dass in der Pubertät mehr Hormone als gewöhnlich ausgeschüttet werden, die sich dann gegenseitig beeinflussen. So kommt es unter anderem zur Erhöhung der Anzahl von Androgenen, also männlicher Geschlechtshormone, welche vom Körper in Östrogen umgewandelt werden.

Der übermäßige Anstieg des Östrogenspiegels führt dazu, dass der normale Zyklus mit Eisprung und Monatsblutung verlorengeht. Der fehlende Eisprung wiederum bringt den Körper der Frau dazu, die Zahl der männlichen Hormone zu erhöhen. Daraus entsteht ein Teufelskreis.

pin4

Behandlung

Es gibt keine Heilung, sondern nur die Möglichkeit der Linderung der Symptome. Beispielsweise kann eine Antibabypille mit antiandrogenen Komponenten eingenommen werden, die den Anstieg der männlichen Hormone verhindert. Wenn ein Kinderwunsch vorliegt, kann mithilfe eines Glucocortikoid-Präparats die Ausschüttung männlicher Hormone in den Nebennieren verhindert und ein Eisprung herbeigeführt werden. 

Frauen mit extremem Übergewicht sollten Kohlenhydrate meiden, da diese von ihrem Körper besonders gut in Fett umgewandelt werden. Um die äußerlichen Symptome, wie vermehrten Haarwuchs, zu bekämpfen, greifen die meisten Betroffenen auf Haarentfernung mittels Laser, Wachs oder Rasierer zurück.

pin3

Vorbilder

Es gibt aber auch Frauen, die keine Lust mehr haben, sich anzupassen oder die Nebenwirkungen von Medikamenten wie der „Pille“ auf sich zu nehmen. Fünf dieser Frauen teilen ihre Geschichte im Internet, um anderen Frauen Mut zu machen und über die Erkrankung aufzuklären.

1.) Leah Jorgensen

pin1

Seit die 33-jährige Leah mit 14 Jahren die PCOS-Diagnose bekam und Haare an „ungewöhnlichen Stellen“ wuchsen, wurde sie als „Mann“ beschimpft. In ihrer Verzweiflung über den Haarwuchs an ihrem Körper trug sie die folgenden 13 Jahre nur langärmlige Hosen und Oberteile mit Rollkragen und verbrachte Stunden damit, ihre Haare im Gesicht, auf der Brust und an den Beinen zu rasieren. 

Irgendwann erkannte sie, dass sie mit diesem Verhalten nicht glücklich war, und ließ das Rasieren sein. Mittlerweile fühle sie sich durch diesen Schritt sogar gestärkt und möchte anderen Menschen mit ihrer Geschichte zeigen, dass Körperbehaarung nichts Abnormales oder Schlimmes ist.

2.) Harnaam Kaur

pin2

Auch Harnaam Kaur leidet als Folge des PCO-Syndroms an Haarwuchs im Gesicht. Sie ist mittlerweile eine Art „Botschafterin für Vielfältigkeit“ und klärt als Rednerin Menschen über ihre Erkrankung auf. Über ihr Aussehen sagt sie Folgendes :

„Ich habe das Gefühl, dass mein Aussehen mich darin bestätigt, in die Welt hinauszutreten, wissend, dass ich für eine Version von Schönheit stehe. Ich bin der Meinung, dass man nicht definieren kann, was in unserer Gesellschaft als schön gilt, da wir uns so sehr unterscheiden. Es ist schön zu sehen, wenn Menschen sich akzeptieren, egal wie sie aussehen.“

3.) Alma Torres

pin3

Wenn Alma Torres an die Zeit zurückdenkt, in der sie sich ihren Bart rasierte, sind das keine guten Erinnerungen. Ihr Leidensdruck war so hoch, dass sie jeden Tag weinte und sich auch selbst verletzte.

Am 11. September 2016 veränderte sich jedoch alles, denn an diesem Tag beschloss sie, ihren Haarwuchs nicht länger zu verstecken. „Mittlerweile habe ich mich selbst in den Menschen verliebt, der ich wirklich bin“, sagt sie heute selbstbewusst.

4.) Miranda Nodine

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Miranda 🍂 (@squirrelsinhats) am

Auch die Amerikanerin Miranda Nodine hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Geschichte zu erzählen und auf Instagram ihre Körperbehaarung zu feiern, anstatt sie zu verteufeln.

„Manchmal bin ich wirklich überrascht davon, wie Haare wachsen. Zum Beispiel diese kleine Aussparung von meiner Brust zu meinen Schultern. Ich finde es süß. Mein Körper ist nicht dein Problem“, schreibt sie beispielsweise unter eines ihrer Bilder.

5.) Annalisa Hackleman

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von Annalisa Hackleman (@snapshotninjaphotography) am

Als Annalisa 12 Jahre alt war, bemerkte ihre Mutter die ersten dunklen Barthaare im Gesicht ihrer Tochter. Kurz darauf bekam das Mädchen die Diagnose „Polyzystisches Ovarsyndrom“. Auch bei ihr wurden die folgenden Jahre durch Rasieren, Auszupfen und Waxing bestimmt.

Als das tägliche Enthaaren an ihren Kräften und Nerven zerrte, schlug ihr Ehemann ihr eines Tages vor, den Bart einfach wachsen zu lassen. Bis heute bereut sie diese Entscheidung nicht: „Es dauerte eine Weile, bis ich mich selbstbewusst fühlte, aber jetzt fühle ich mich endlich wie ich selbst.“

Das Polyzystische Ovarsyndrom betrifft mehr Frauen, als man denkt. Nicht immer ist es für die Betroffenen einfach, mit den Reaktionen ihrer Umwelt umzugehen. Toll, dass diese fünf Frauen zu ihrem Aussehen stehen und andere über die Erkrankung aufklären und sie sensibilisieren.

Diese Webseite ist weder dazu gedacht noch geeignet, professionelle Beratungen, Untersuchungen, Behandlungen, Diagnosen, etc. durch Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten, Heilpraktiker und/oder andere medizinische Fachleute zu ersetzen, zu ergänzen oder zu widerlegen. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen.

Kommentare

Auch interessant