10 bewährte russische Hausmittel bei Erkältungen, Schmerzen und anderen Leiden

Frost liegt auf den Beeten und von den Hühnern wagen sich lediglich zwei aus dem Stall hinaus in die Kälte. Mit einem lauten Quietschen schließt Babuschka Warwara die Tür zum Schuppen und trägt einen schweren Sack ins Haus. Fragt man sie, ob man ihr helfen könne, lächelt sie und sagt: „Du siehst dünn aus, ich mach dir was zu essen.“

Бабушка

In Russland genießen die Omas ein hohes Ansehen. Sie sind stolz auf ihre Selbständigkeit und darauf, selbst mit den widrigsten Umständen zurechtzukommen. Nicht zuletzt bewahren sie einen ganzen Schatz alter Rezepte und Hausmittel, mit denen man schnell wieder auf die Beine kommt, wenn man mal krank ist oder sich unwohl fühlt. Hier ist eine kleine Auswahl davon:

1.) Knoblauchmilch

Von Gelbsucht bis Schlaflosigkeit – Knoblauchmilch soll angeblich gegen alles helfen. Bewährt hat sich das Gebräu aber vor allem bei Erkältungen und Ischias-Problemen. Koche die Milch mit einigen Knoblauchzehen auf und trinke sie warm. Je nach Geschmack kann auch etwas Honig beigemengt werden.

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2.) Zwiebelsocke

Schäle eine Zwiebel und schneide sie in fingerdicke Scheiben. Diese Scheiben erwärmst du, legst sie auf die Fußsohle und ziehst eine Wollsocke darüber. Dieses Hausmittel soll Fieber senken.

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3.) Warmer Apfelessig

Aus den Schalen und Kerngehäusen von Äpfeln lässt sich ganz leicht ein wundervoller Essig ansetzen. Der findet auch in der russischen Volksmedizin Verwendung, zum Beispiel als Mittel gegen Verstopfung: Trinke vor dem Frühstück ein Glas warmes Wasser mit 2 TL Apfelessig.

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4.) Wodka mit Pfeffer

Bei einem grippalen Infekt soll man – wie man in Russland häufig hört – 50 ml Wodka mit einer kräftigen Prise Pfeffer trinken und sich anschließend sofort ins Bett legen.

My love of pepper vodka grows.

5.) Einreibemittel

Was in Deutschland lange Zeit der Franzbranntwein war, ist in Russland der Wodka: Um Fieber zu senken, werden mit ihm Rücken und Brust eingerieben; auch bei Durchblutungsstörungen, Gelenkschmerzen, Zerrungen oder Muskelkater kann das hochprozentige Einreibemittel eingesetzt werden. Für Kinder ist weder die innere noch die äußere Anwendung von Wodka geeignet.

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6.) Senfmehlbad

Senfmehl wirkt stark durchblutungsfördernd und sollte nur behutsam eingesetzt werden. In der russischen Hausapotheke kommt es bei Migräne, einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer beginnenden Erkältung zum Einsatz. Gib 2 EL Senfmehl in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser und bade deine Füße 3 Minuten darin. Das Senfmehl stimuliert den Kreislauf und die Reflexzonen am Fuß, daher auch seine Wirkung bei Kopfschmerzen.

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7.) Rote-Bete-Nasentropfen

Etwas gewöhnungsbedürftig sieht diese Mixtur aus, sie hilft aber hervorragend bei Schnupfen: Mische 1 TL Honig mit 2,5 TL Rote-Bete-Saft. Davon träufelst du mehrmals täglich 5 Tropfen in jedes Nasenloch.

Beetroot juice

8.) Kartoffeldampf

Koche Kartoffelschalen in Salzwasser auf und inhaliere den Dampf. Dafür legst du dir am besten ein Handtuch über den Kopf, damit der Dampf nicht zur Seite hin entweicht. Der Kartoffeldampf befreit die Atemwege.

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9.) Knoblauchtinktur

Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird eine Knoblauchtinktur empfohlen. Hierfür presst du 2 Knoblauchzehen in ein Glas Wodka und lässt die Mischung über Nacht ziehen. Von der Tinktur gibst du nun ein paar Tropfen auf die Zungenspitze und verteilst sie damit im ganzen Mund.

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10.) Wabenhonig

Frisch geerntet enthält Wabenhonig Blütennektar, Pollen, Propolis und Honigtau. In der russischen Volksmedizin werden ihm zahlreiche positive Eigenschaften zugeschrieben. Nicht zuletzt soll er wie ein Antibiotikum wirken, das Immunsystem stärken und gegen Heuschnupfen helfen.

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„Старый друг лучше новых двух – ein alter Freund ist besser als zwei neue“, heißt ein russisches Sprichwort. Was sich lange bewährt hat, kann so falsch nicht sein, könnte man auch formulieren. Bei einigen dieser Hausmittel muss mit Sicherheit auch ein wenig der gute Glaube die Wirksamkeit unterstützen, andere sind tatsächliche Alternativen zu den teuren Arzneimitteln der Pharmaindustrie.

Generell gilt bei allen Hausmitteln: Sollte das gesundheitliche Problem längere Zeit andauern oder sich gar verschlimmern, muss unbedingt der Hausarzt aufgesucht werden. Vorsicht auch bei möglichen Unverträglichkeiten.

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