9 Ursachen, die starkes Schwitzen erklären

Schweißhände vor einem wichtigen Meeting, ein durchnässtes T-Shirt nach dem Sport oder Schweißperlen auf der Stirn, wenn es im Sommer sehr heiß ist – diese Situationen sind allen Menschen bestens bekannt.

Schwitzen ist zwar lästig und gilt bei vielen Menschen immer noch als Zeichen von Unbeherrschtheit und Ungepflegtheit, ist aber gleichzeitig lebenswichtig. Die rund 2 Millionen Schweißdrüsen sind eine Art Klimaanlage des Körpers und schützen ihn vor Überhitzung. Wie viel Körperflüssigkeit ein Mensch produziert, ist dabei ganz individuell. Sogar mehrere Liter am Tag können normal sein, z.B., wenn es sehr warm ist, man viel Sport treibt oder Fieber hat.

Rinnt dir der Schweiß aber auch ohne besondere Anstrengung ständig hinab, kann eine krankhafte Störung zugrunde liegen – muss es aber nicht. Oft finden sich andere versteckte Auslöser für eine erhöhte Schweißproduktion. 

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Die folgenden 9 Gründe können dafür verantwortlich sein, dass du übermäßig stark schwitzt.

1.) Fokale Hyperhidrose

Als Hyperhidrose wird eine übermäßige Schweißproduktion bezeichnet, die generalisiert oder fokal auftreten kann. Bei der fokalen Hyperhidrose kommt es zu einem gleichmäßigen Schwitzen bestimmter Areale an beiden Körperhälften. Zumeist sind die Handflächen, Fußsohlen, Achseln oder das Gesicht davon betroffen.

Der Grund dafür ist allerdings noch immer unklar. Experten gehen aber davon aus, dass es sich um eine genetische Fehlfunktion des Nervensystems handelt, welche die Schweißproduktion ohne erforderlichen Grund in Gang setzt. Behandelt werden kann diese Form der Hyperhidrose durch elektrische Stimulation, Medikamente, Botox-Injektionen oder einen operativen Eingriff.

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2.) Herzinfarkt

Schwitzen ist eines der ersten Anzeichen für einen Herzinfarkt. Wenn dir ohne Grund kalter Schweiß ausbricht, gepaart mit Brustschmerzen, einem Benommenheitsgefühl oder Beschwerden in der linken Körperhälfte, kann es darauf hindeuten, dass du einen Herzinfarkt hast.

3.) Medikamente

Auch wenn nur etwa 1 % der Menschen starkes Schwitzen als Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten verspürt, kann dies dennoch eine Erklärung für eine erhöhte Schweißproduktion sein. Laut der „International Hyperhidrosis Society“ sind es vor allem Schmerzmittel, Antibiotika, Hormone und neuropsychiatrische Medikamente, die dich ohne Vorwarnung schwitzen lassen.

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4.) Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist ein weiterer versteckter Grund für starkes Schwitzen. Das kommt daher, dass die Körpertemperatur während der Schwangerschaft ansteigt und mehr Blut im Körper zirkuliert. Viele Frauen verspüren dadurch öfter Hitzewallungen. Aber auch ein gesteigerter Stoffwechsel und Hormonveränderungen führen bei Schwangeren zu verstärktem Schwitzen.

5.) Diabetes

Bei Menschen mit Diabetes kann eine erhöhte Schweißproduktion mit einem niedrigen Blutzuckerpegel, einem mit Diabetes zusammenhängenden Schaden des Nervensystems oder einer Neuropathie zusammenhängen und eine unnötige Stimulation der Schweißdrüsen zur Folge haben. Diabetiker sind generell anfälliger für starkes Schwitzen als andere.

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6.) Nahrungsmittel

Bestimmte Nahrungsmittel sorgen auch dafür, dass die Schweißproduktion angeregt wird. Bei deren Verdauung tritt ein thermogener Effekt auf, der dich an der Stirn, im Gesicht, an der Kopfhaut und im Nacken schwitzen lässt. Nahrungsmittel wie Kaffee, Alkohol oder auch sehr scharfes Essen haben einen größeren Effekt auf deine Verdauung und lassen dich somit stärker schwitzen. Verzichte deshalb besser auf sie, wenn du häufig unter unerklärlichen Schweißausbrüchen leidest.

In scharfem Essen findet sich meistens der chemische Stoff Capsaicin, der deinem Gehirn vorgaukelt, deine Körpertemperatur würde steigen. Koffein und Alkohol hingegen stimulieren dein Nervensystem und erhöhen den Blutdruck.

7.) Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion produziert die Schilddrüse zu große Mengen der Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese sind dafür verantwortlich, dass der Körper im richtigen Rhythmus arbeitet. Befinden sich zu viele von ihnen im Organismus, beschleunigt sich der Stoffwechsel und es kann zu vermehrtem Schwitzen, einem unregelmäßigen Herzschlag, starkem Gewichtsverlust und Zittern kommen.

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8.) Angsterkrankungen

Schwitzen ist eine natürliche Reaktion auf Angst und Stress. Bei drohender Gefahr, egal ob real oder während einer Panikattacke im Rahmen von Phobien, Panikstörungen, Herzangst und anderen Angsterkrankungen, beginnt der Körper damit, Wasser durch die Haut anstelle der Nieren auszuscheiden. So will er gewährleisten, dass du während deiner Flucht nicht den Drang zum Urinieren verspürst. Ein weiterer Grund für Schweißausbrüche bei Stress ist der, dass sich die Blutzirkulation erhöht und dadurch deine Körpertemperatur ansteigt. Durch das Schwitzen versucht dein Körper, sich wieder herunterzukühlen.

9.) Hormonschwankungen

Hormonschwankungen während der Schwangerschaft, Menstruation, Pubertät oder Menopause können starkes Schwitzen hervorrufen. Unterschiedlich hohe Östrogen- und Progesteronlevel sorgen für einen Anstieg deiner Körpertemperatur und signalisieren deinem Körper, sich abzukühlen.

In der Pubertät sorgen Hormone nicht nur für einen Wachstumsschub und die Entwicklung der Geschlechtshormone, sondern bringen ebenso die Schweißdrüsen ganz schön durcheinander. Dies hat zur Folge, dass Kinder in dieser Zeit stärker schwitzen. Hitzewallungen sind aber auch ein typisches Symptom in der Menopause bei Frauen.

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Wenn auch du starke Hitzewallungen oder Schweißausbrüche an dir bemerkst, die du dir nicht erklären kannst, solltest du am besten einen Arzt um Rat fragen und dich untersuchen lassen. Denn egal, wie stark du es auch versuchst, selbst durch einen noch so festen Willen lassen sich unangenehme Schweißausbrüche dieser Art nicht unterdrücken.

Quelle:

Brightside

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